Die wichtigsten Werke von Kunst-Star Olafur Eliasson

Seit er eine künstliche Sonne aufgehen liess, ist der Däne ein Kunststar. Jetzt hat er eine Arbeit für das Kunsthaus entwickelt.

Olafur Eliasson, Test für eine neue Lichtinstallation für das Kunsthaus Zürich.

Olafur Eliasson, Test für eine neue Lichtinstallation für das Kunsthaus Zürich. Bild: María del Pilar García Ayensa / Studio Olafur Eliasson

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The Blind Pavilion
2003

Bild: Studio Olafur Elisson/Andres Sune Berg, Courtesy of Red Brick Contemporaray

Die Wahrnehmung von Ich und Umgebung ist ein Schlüsselaspekt von Eliassons Kunst – pointiert erlebbar im «Blind Pavilion», den er erstmals 2003 zur Venedig-Biennale auf dem Dach des Dänischen Pavillons installierte: Ein Metallgerippe ist mit klarem und schwarzem Glas bestückt und von einem gleich gearteten Gerüst umgeben. Bewegt man sich zwischen den zwei Strukturen, trifft man auf zerstückelte Reflexionen seiner selbst, während sich zugleich Ausblicke und Spiegelungen des Umlands ergeben. Im Zentrum des Pavillons allerdings sieht man nur noch schwarz.

The Weather Project
2003–2004

Bild: Studio Olafur Eliasson/Andrew Dunkley & Markus Leith

Dieses ikonische Werk begründete den heutigen Weltruhm von Eliasson: In der Turbinenhalle der Londoner Tate Modern montierte er eine riesige Spiegeldecke und eine von hinten orange beleuchtete, halbrunde Projektionsfläche, die dank der Reflektion zur glühenden Scheibe und mithilfe von künstlichem Nebel zum vermeintlichen Sonnenuntergang mutierte. Zwei Millionen Menschen lagen dem Werk wörtlich zu Füssen, wenn sie sich vereinzelt oder in Gruppenformationen auf dem Boden niederliessen, um das artifizielle Naturschauspiel zu geniessen.

Fassade Konzerthaus Harpa
2005–2011

Bild: Studio Olafur Eliasson/Nic Lehoux

An Architekturprojekten ist Eliasson immer mal wieder beteiligt. Die Harpa Konzert- und Konferenzhalle mit ihrer spektakulären Fassade wäre beinahe der Finanzkrise zum Opfer gefallen, doch Island bewies ein spendables Herz für Kultur. Mit Gewinn: Die Hülle des Baus aus komplexen gläsernen Polyedern funkelt wie ein Edelstein in der Sonne, gespiegelt vom Meer. Fast symbiotisch ändert sich ihr Anblick mit dem Tageslicht und dem Wetter, immer aber erinnert sie an jene nicht minder eindrücklichen Basaltsäulen, die an mancher Küste Islands von der Natur geformt wurden.

New York City Waterfalls
2008

Bild: Keystone

Zwei Jahre Vorbereitung und ein Team aus Ingenieuren, Umweltexperten und Tauchern brauchte es für die «New York City Waterfalls». Eliasson arbeitet gern mit dem «Material» Wasser, und schon mehrmals hat er damit Wasserfälle nachgebaut, doch noch nie zuvor in diesen Dimensionen: An vier Stellen des East River liess er mittels eines Pumpsystems die Wassermassen vier Monate lang von 30 bis 40 Meter hohen Baugerüsten stürzen. Damit wurde New York und seinen Touristen eindrücklich die «Natur» vor Augen geführt, welche die Metropole grösstenteils umgibt.

Little Sun
2012

Bild: Studio Olafur Eliasson/Nicky Angunwa

Hier mag die kleine Solarlampe ein nettes Gadget sein, doch in Afrika oder Indien, wo viele ohne Strom leben, ist sie nützliche Alltagshilfe. Genau darum gehts bei dem Projekt, das Eliasson mit einem Ingenieur unter Einbezug von Nutzer(innen)aus Äthiopien entwickelte und das wie kein anderes für die soziale Dimension seines Werks steht. Mittlerweile ist die Leuchte auch als schicke Diamond-Version erhältlich, doch weiterhin gilt: Kaufen stromversorgte Westler eine «Little Sun», ermöglichen sie deren günstigen Verkauf in ärmeren Regionen.


Olafur Eliasson in Zürich
Gut 100 Personen arbeiten in Eliassons Studio in Berlin: Handwerker, Architekten, Wissenschaftler, PR-Leute … Man darf also durchaus behaupten, dass es sich bei dem 52-jährigen Dänen mit isländischen Wurzeln um einen Superkünstler handelt. In seiner Ausstellung «Symbiotic seeing», die sich auf 1000 m² erstreckt, geht er in neuen Skulpturen, Lichtarbeiten und einer grossen ­begehbaren Installation der Frage nach, ob und wie der Mensch mit anderen Spezies symbiotisch koexistieren kann. Riecht nach Klimawandel­thematik? Logisch: Seit September ist Eliasson auch UNO-Klimaschutzbotschafter.

Ab Freitag 17.1. bis 22.3.
Kunsthaus
Heimplatz 1
Di–So 10–18 Uhr, Mi / Do 10–20 Uhr
Öffentl. Führungen jeden Mi 18 Uhr und So 11 Uhr
Eintritt 23 / 18 Franken
www.kunsthaus.ch

Erstellt: 18.01.2020, 08:37 Uhr

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