Gemeinsam für eine neue Form

Die Möbel von Susi und Ueli Berger sind heute Designikonen. Ihren Platz im Museum haben sie deshalb bereits vor einiger Zeit gefunden.

Begegnen sich auf Augenhöhe: Susi Berger mit ihrem Ehemann Ueli Berger.

Begegnen sich auf Augenhöhe: Susi Berger mit ihrem Ehemann Ueli Berger.

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Eigenwillig. Das ist das Wort, das die Formsprache von Susi und Ueli Bergers Entwürfen wohl am treffendsten beschreibt. Da gibt es etwa den rot glänzenden Schaumstoffblock, die Kommode aus gestapelten Schubladen, die vakuumverformte Wolkenlampe aus Kunststoff.

Der Stuhl, dessen fünf Einzelteile die Buchstaben S, T, U, H und L sind, oder der «5-Minuten-Stuhl» – weil es zu wenig Stühle hatte, verbog das Designerpaar kurzerhand eine Rolle Drahtgitter zu einer Sitzgelegenheit – sind ebenfalls bezeichnend für das Werk der Bergers. Denn genau dieser Spagat zwischen humorvoller Pop- Art und Funktionalität und somit der Bruch mit der Guten Form machten das Paar bekannt und bis heute legendär.

Sie hatte die Idee, er führte aus

Anlässlich eines neuen umfassenden Katalogs («Susi + Ueli Berger – Möbel im Dialog», Scheidegger & Spiess) zeigt die Schau «Pa-Dong!» rund 20 Möbel und Objekte, dazu Zeichnungen und Fotos aus dem Berger-Archiv. Kennen gelernt hatten sich Susi und Ueli, der 2008 verstarb, an der Kunsthochschule in Bern, danach entwarf das Paar über 40 Jahre lang gemeinsam Möbel.

Doch dass ihre Entwürfe beider Namen tragen, ist alles andere als selbstverständlich. Die heute 80-jährige Susi Berger betonte in Interviews mehrmals, wie schwierig es war, ihre Autorschaft durchzusetzen und von anderen Künstlern als Designerin akzeptiert zu werden. Es war wie bei Charles und Ray Eames oder Le Corbusier und Charlotte Perriand: Sie hatte die Ideen, er schliff daran und führte aus.

Es ist längst nicht das erste Mal, dass Berger-Möbel im Museum zu sehen sind. Der rote Schaumstoffblock etwa, der «Softchair», ist in der Dauerausstellung des Museum of Modern Art in New York ausgestellt – als Ikone des Möbeldesigns.

Museum für Gestaltung
Toni-Areal, PfingstweidstR. 96
www.museum-gestaltung.ch
Vernissage Do 19 Uhr Bis 19.8.
Di–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr
Eintritt 8 / 10 Franken

(Züritipp)

Erstellt: 27.06.2018, 17:02 Uhr

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