Kunst im Buch

Bevor es mit dem Ausstellungsrummel 2018 losgeht, lümmeln wir erst noch ein bisschen auf dem Sofa – mit diesen Zürcher Künstlern.

Wir haben die Buchtipps. Den Kater müssen Sie selbst organisieren.

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Lena Amuat & Zoë Meyer
Sind wir nicht alle Sammler? Lena Amuat und Zoë Meyer sind es auf jeden Fall. Seit 2008 arbeiten die zwei Künstlerinnen zusammen und durchforsten kulturhistorische und naturwissenschaftliche Museen nach mehr oder minder skurrilen Objekten. Die Fotos dieser Trouvaillen – geometrische Modelle, Büsten und Präparate – inszenieren Amuat & Meyer stets neu. Ihr auf 100 Stück limitiertes Buch «Artefakte und Modelle» kombiniert zum Beispiel ein Zigi-Päckli mit einem Säulenmodell. Enigmatisch ist das. Wie unser Sammeltrieb. (kpn)
Artefakte und Modelle
About Books, 72 Seiten, ca. 150 Franken

Veronika Spierenburg
Nüchternheit! Das ist genau, was wir jetzt brauchen, nach der ganzen Lametta-Opulenz. Da kommt Veronika Spierenburgs Japan-Fotoband gerade recht. Denn wenn die Japaner etwas so richtig drauf haben, dann stilvolle Zurückhaltung. Jedenfalls, was die Architektur angeht. Spierenburg, 36-jähriges «Schlieremer Kind», ist einmal quer durch Japan gereist, drei Monate lang. Und hat ihre Kamera immer dort hervorgeholt, wo ihr ein bauliches Detail ins Auge stach. Entstanden ist eine Art Bildertagebuch: sehr subjektiv, hochpoetisch, total beruhigend. (psz)
OYA-ISHI
Art Paper Editions, 184 Seiten, ca. 40 Franken

Baltensperger + Siepert
«Begeh nicht den Fehler, als Sohn eines Taliban geboren zu sein.» Du hast diesen Tipp nicht befolgt? Dann fliehe! Und halt dich ab jetzt an die Anweisungen. Solche haben Stefan Baltensperger und David Siepert parat: Das Künstlerduo hat Asylsuchende interviewt und aus deren Fluchtberichten das mehrsprachige «Handbuch zur ungewissen Migration» gemacht. «Du wirst vergewaltigt werden. Das wird sich nicht vermeiden lassen.» Ja, Wegleitungen sind bekanntlich nüchtern – und hier zudem erschütternd. (kpn)
Ways to Escape One’s Former Country – Ein Handbuch zur ungewissen Migration
Erhältlich auf baltensperger-siepert.com, Preis: 5 Franken fürs Porto

Ruth Erdt
Foto Gleich auf der ersten Seite gibt sie den Ton vor: «Von Anfang an nehme ich eine verweigernde Haltung an, wahrscheinlich seit meiner Geburt oder früher. Erst als man mir eine Einwegkamera in die Hand drückt, ändert sich meine Haltung zur Welt.» Was folgt, in Ton und Schwarzweissbild, ist ein schonungslos intimer Einblick in Ruth Erdts Leben seit den 80ern. Das ist es, was die 1966 geborene ZHDK-Absolventin so verdammt gut kann: rohe Schönheit erschaffen. Und einen vor den Kopf stossen, ganz sanft – so, dass man sich danach krass lebendig fühlt. (psz)
Nicht zittern
Lars Müller Publishers, 272 Seiten, ca. 50 Franken

Urs Fischer
Malerei Wir leben in einer Zeit der Selbstvermarkter – und Urs Fischer mag solche. Muss er auch: Der 44-jährige Zürcher Kultkünstler lebt in New York, einer Stadt, in der Image alles ist. Drum reproduzierte er auch schon Berufskollegen, vollbusige Schönheiten und sich selbst als Kerzen – und liess diese genüsslich schmelzen. Phantom Paintings» heisst nun sein neustes Buch, erneut ein Spiel mit Eitelkeit und Status. Fischer hat dafür alte Porträtbilder aus Hollywood übermalt und zerstückelt. Tja, nichts ist von Dauer. Schon gar nicht der Ruhm. (kpn)
Phantom Paintings
Kiito-San-Verlag, 170 Seiten, ca. 52 Franken

Walter Pfeiffer
Zeichnung Wo ist Walter? Ganz oben auf der Erfolgswelle! Unser aller Lieblingsfotograf wurde unlängst für sein Lebenswerk ausgezeichnet, derzeit läuft ein Biopic über ihn im Kino. Nun ist zudem ein Buch in der Pipeline, das Pfeiffer für einmal nicht als Meister der Kamera, sondern als wunderbar lustvollen Zeichner vorstellt. Farbenfroh ist das wieder mal und voller Schwung, und die Motive kommen uns auch bekannt vor: die Blumen! Die schönen Jungs! Die lustvoll arrangierten Stillleben! Kurz: Das perfekte Gegenmittel bei Januarloch und Winterblues. (psz)
Zeichnungen 1966–2017
Edition Patrick Frey 200 Seiten 78 Franken

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.01.2018, 16:25 Uhr

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