Der Lebensweg eines Smartphones

Wie sehen die Transportwege und Recyclingrouten eines Smartphones und seiner diversen Bestandteile aus? Eine Ausstellung hat Antworten.

Die Recyclingfirma Immark AG in Regensdorf gewinnt daraus nicht nur Rohstoffe, sondern auch Geld: alter Elektroschrott.

Die Recyclingfirma Immark AG in Regensdorf gewinnt daraus nicht nur Rohstoffe, sondern auch Geld: alter Elektroschrott. Bild: Forschungsteam Times of Waste

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Jetzt mal ehrlich, wie viele Handys haben Sie schon durchgelassen seit Ihrem ersten? Das ist die eine Frage. Die andere: Was ist wohl aus ihnen geworden? Verschrottet, klar. Aber was heisst das eigentlich genau?

Ebendieser Frage spürte während der letzten drei Jahre ein siebenköpfiges Forschungsteam der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel nach. Unter der Leitung der Ethnologin Flavia Caviezel (siehe Talk in der Fussnote) ist dabei nicht nur ein fetter Schlussbericht herausgekommen, sondern auch eine Ausstellung: «Times of Waste – Was übrig bleibt» zeichnet mittels Text und Foto, Ton- und Videoaufnahmen das Leben eines Smartphones nach – und zeigt, wie viele Rohstoffe und wie viel Manpower in einem solchen Grätli stecken.

Schrott ist eine Ressource

Der Fokus liegt auf der Zeit nach der Entsorgung: auf den Recyclingrouten der diversen Bestandteile und auf den Transportwegen zu Deponien und Schreddern, aber auch zu Reparaturwerkstätten und Forschungslabors. Dabei wird zweierlei klar: dass Elektroschrott nicht nur lästiger Müll, sondern auch wertvolle Ressource sein kann. Und dass Abfall eben auch politisch wird, sobald darin Know-how und Wirtschaftsinteressen verschiedener Nationen und Kontinente zusammenfliessen.

Okay, eine gänzlich neue Erkenntnis ist das vielleicht nicht. Aber so griffig wie hier wurde sie schon lange nicht mehr aufgezeigt. Übrigens nicht nur für grosse, sondern auch für kleine Smartphone-Nutzer: Parallel zu «Times of Waste» laufen ausgesuchte Folgen der «Sendung mit der Maus» in Dauerschleife – natürlich nur solche zum Thema Recycling.

Gewerbemuseum Winterthur
Kirchplatz 14
Do 18.30 Uhr: Eröffnung und Podiumsgespräch
«Elektroschrott als globale Herausforderung» (mit Flavia Caviezel, Ethnologin; Gideon Chonia, IT-Ingenieur Uni Zürich; Astrid Schwarz, Prof. für allgem. Technikwissenschaft).
Bis 17.3.2019
www.gewerbemuseum.ch

Erstellt: 19.09.2018, 18:40 Uhr

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