Quergeschnitten

Wie sehen Dinge von innen aus? Und wie stellt man das zweidimensional dar?

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Zeit für eine persönliche Anekdote: Als Kind dachte ich, dass, wenn man einen menschlichen Arm aufschneidet, sich darin eine Art Streichleberwurst befindet. Man kann das gruusig finden oder lustig, Fakt ist jedenfalls, dass sich schon Vierjährige Gedanken darüber machen, wie etwas von innen aussehen könnte.

Dieses uns angeborene spezifische Wissenwollen nimmt die ETH nun zum Ausgangspunkt für eine originelle Schau. «Durch Wände und Schichten» (so ihr Titel) wird darin geschaut, und zwar mithilfe von allerlei Querschnitten. Ob aus Anatomie, Botanik, Technik oder Geologie, offenbar gibts in jeder wissenschaftlichen Disziplin etwas, das aufzuschneiden sich lohnt.

Es ist faszinierend, zu sehen, wie das, was sich da zeigt, zu Papier gebracht wird; nicht zuletzt, weil sich an diesem Punkt die Wissenschaft zwangsläufig mit der Kunst überschneidet. Und überschnitt: Denn derartige Innenansichten sind ja keine zeitgenössische Erfindung, sondern so alt, wie den Menschen Stift und Papier zur Verfügung standen.

So reiht sich in der ETH nun eine handkolorierte Einsicht in den menschlichen Kopf an eine aufgeschnittene Passionsfrucht; und ein Kupferstich von einer zerlegten Maschine aus dem 16. Jahrhundert stösst auf einen wunderbaren zeitgenössischen, auf Japanpapier gedruckten Baumstamm.

Sogar Versautes ist dabei, namentlich aus der Feder des im Februar verstorbenen Tomi Ungerer, der einen witzig-pikanten Zusammenhang zwischen Kinderwagen und Dildo herstellt. Und wer auf seinem Smartphone einen QR-Code-Leser installiert hat, kann auf den Ausstellungs-Audioguide zugreifen, auf dem die Leihgeber persönlich über «ihre» Exponate sprechen.

Graphische Sammlung der ETH
Rämistr. 101
Vernissage: Di 18 Uhr Bis 30.6., täglich 10–16.45 Uhr
Führungen mit der Kuratorin: 7.5., 18.30 Uhr / 28.5., 18.15 Uhr
Mittagsführungen: 13. / 20. / 27.5., jeweils 12.30–13 Uhr
Eintritt frei
www.gs.ethz.ch

Erstellt: 30.04.2019, 22:44 Uhr

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