Millionenschwere Kunst zum Anfassen

Im HB ist die grösste begehbare Installation des brasilianischen Künstlers Ernesto Neto zu sehen – und zu berühren.

Ein Baum für den HB in Zürich. Das Werk des brasilianischen Künstlers in der Haupthalle.

Ein Baum für den HB in Zürich. Das Werk des brasilianischen Künstlers in der Haupthalle. Bild: Mark Niedermann

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Man könnte meinen, auch ein Baum ist ein Baum ist ein Baum. Ha, von wegen! Die monumentale Skulptur aus bunten, locker geknüpften Bändern spannt sich bis unter die Decke der Bahnhofshalle. Keine schützende Rinde, kein mächtiger Stamm. Auch Äste hat der «GaiaMotherTree» nicht. Dafür hängen von der ausladenden Baumkrone lange Säcke herab, die mit duftenden Gewürzen gefüllt sind. Durch eine begehbare Wurzel lässt sich auch das Innere des gehäkelten Baumes erkunden: Willkommen im Universum von Ernesto Neto.

Mit seinen organisch anmutenden Skulpturen will der brasilianische Künstler mit dem Publikum interagieren. Seine Werke sollen nicht nur berühren, sondern erlebt werden: gesehen mit den Augen, berührt mit den Händen und gerochen, noch bevor man sie betreten hat.

Seit der 54-Jährige einige Zeit bei den indigenen Huni Kuin im brasilianischen Amazonasgebiet lebte, ist sein Werk durch biomorphe Formen und organische Materialien geprägt. In den 1990ern gelang ihm mit raumgreifenden Installationen aus Textilien der internationale Durchbruch.

Sein jüngstes Werk, das nun im HB Wurzeln geschlagen hat, ist in seinem Atelier in Rio de Janeiro entstanden. 2000 Quadratmeter Stoff wurden mittels einer speziellen Fingerhäkeltechnik zu Formen und Mustern verarbeitet und im Anschluss zu einer gigantischen und zugleich luftig-leichten Installation zusammengeknotet, die zeigt: Kein Baum ist wie ein Baum wie ein Baum.

Hauptbahnhof Zürich
Bahnhofplatz
www.fondationbeyeler.ch
Vernissage Fr 20 Uhr Bis 29.7.
Diverse Workshops und Konzerte; Termine siehe Website

(Züritipp)

Erstellt: 27.06.2018, 17:13 Uhr

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