Der andere Henri Matisse

Der Franzose war auch Bildhauer. Wussten Sie nicht? So gehts vielen. Eine Neuentdeckung.

Hier wirkte Henri Matisse: Atelier im ehemaligen Hôtel
Regina in Cimiez bei Nizza.

Hier wirkte Henri Matisse: Atelier im ehemaligen Hôtel Regina in Cimiez bei Nizza. Bild: Archives Henri Matisse, Issy-les-Moulineaux © Succession Henri Matisse / 2019 ProLitteris, Zurich

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Wer «Matisse» in die Google-Bildersuche eingibt, bekommt haufenweise bunt Gemaltes serviert: Menschen, Pflanzen, Vasen, Landschaften ... Bis man auf eine Skulptur stösst, muss man ganz schön lang scrollen. Und doch war Henri Émile Benoît Matisse, wie der 1954 verstorbene Meister mit vollem Namen hiess, nicht zuletzt Bildhauer.

Pilates? Nein, Matisse. «Nu couché», 1907. Bild: Mitro Hood, Succession Henri Matisse/2019 ProLitteris, Zurich

Der Franzose, der zusammen mit Picasso das kunsthistorische Scharnier zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert verkörpert (und eindeutig mehr WG-Wände in Plakatform verschönert als sein spanischer Kollege), steht wie kaum ein anderer der grossen Modernen für die Kraft der Farbe.

Hat nicht nur gemalt: Henri Matisse in seinem Aterlier, fotografiert von Hans Marsilius Purrmann. Bild: Archives Henri Matisse, Issy-les-Moulineaux, 2019 ProLitteris, Zurich

Gut für ihn – ausser, eben, dass deswegen oft vergessen geht, dass er auch ein Crack in dreidimensionaler Gestaltung war. Dieses Mankos nimmt sich nun eine von Sandra Gianfreda kuratierte Ausstellung an, die so speziell ist, dass sie kommendes Jahr auch am Musée Matisse in Nizza gezeigt wird. Nicht schlecht! Zu sehen gibts 70 plastische Werke, dazu jede Menge Skizzen, Fotos, Film- und Tonmaterial. Und weil es hier um Raumkunst geht, wird neben den «normalen» Führungen auch eine getanzte angeboten – von der Bewegtkünstlerin Karin Minger (7.9., / 2.10. / 30.10. / 16.11.).

Kunsthaus
Heimplatz 1
Ab Freitag 30.8. bis 8.12.
Eintritt: 23 / 18 Franken
www.kunsthaus.ch

Erstellt: 28.08.2019, 15:42 Uhr

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