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Du siehst so pixlig aus

Was machen Grafikdesigner eigentlich den ganzen Tag so? Die Ausstellung Norm im Museum für Gestaltung erklärts.

Paulina Szczesniak
Alles an seinem Platz: So sieht es aus, wenn Norm eine Schrift entwickelt.
Alles an seinem Platz: So sieht es aus, wenn Norm eine Schrift entwickelt.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Sie aussehen würden, wenn Sie aus genau 768 Pixeln bestünden? Wohl nicht. Macht nichts. Bald werden Sies wissen. Denn im Museum für Gestaltung steht jetzt ein Automat, der einen im Format 32 × 24 Pixel fotografiert. Man stellt sich live und in Farbe davor – und kommt schwarzweiss gewürfelt wieder raus. Und das Krasse ist, dass man sich total erkennt! (Testen Sies: Auf Seite 5 ist ein dergestalt verpixeltes Gesicht abgebildet. Unverkennbar, oder?)

Die Idee zu dieser Fotobox stammt vom Zürcher Grafikbüro NORM. Was zweierlei beweist. Erstens, dass das dreiköpfige Grafikerteam seinem Firmennamen alle Ehre macht, sprich: es ernst meint mit der Normierung. Und zweitens, dass es dies aber immer mit einem Augenzwinkern tut. Was das NORM-Büro an der Pfingstweidstrasse verlässt, ist grundsolide Schweizer Grafikqualität – aber nicht ohne Schalk. Wir so: Passföteli? Mit Pixeln? Im 2020? Und NORM so: Aber scho sicher!

Gut zu erkennen: Vereinfachung schärft die Wahrnehmung.
Gut zu erkennen: Vereinfachung schärft die Wahrnehmung.

Dimitri Bruni, Manuel Krebs und ­Ludovic Varone, wie NORM im richtigen Leben heissen, sind die ersten Zürcher ­Grafiker, die eine eigene Soloschau im ­Toni-Areal erhalten (und mitgestaltet ­haben). In neun Kapiteln wird aufgezeigt, worauf ihre Arbeit fusst. Wobei der Ausstellungstitel die Katze eigentlich schon aus dem Sack lässt: «It’s not complicated». Dieses Motto bringt zugleich das Langzeitprojekt von NORM auf den Punkt, das gerade erst abgeschlossen wurde. Und in einer 500-Seiten-Publikation mündete, in der das Trio die grundlegenden Werkzeuge der grafischen Gestaltung auseinanderbeinelt: Proportion, Raster, Flächig- und Räumlichkeit und so weiter. NORM packt die Dinge gern an der Wurzel.

Und, bringts das, beim Endprodukt? Kunden wie das Moma, die Tate Modern, der Louvre – ja, NORM mag Kunst – oder die Uhrenfirma Omega hatten jedenfalls nichts auszusetzen. Wie die drei Zürcher ihre Ideen auch mal in einer Schachtel finden, die sie im Brocki gekauft haben, erzählen sie an einer Führung am Sonntag übrigens gleich selbst. Wird wohl unterhaltsam werden. Ganz sicher aber: gut strukturiert.

Museum für Gestaltung Toni-Areal, Pfingstweidstr. 96www.museum-gestaltung.ch

Vernissage: Fr 19–22 Uhr Führung durch die Ausstellung mit Norm: So 14–15 Uhr Di–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr

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