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Es herrscht eine hohe Infodichte

Zeigen, was von blossem Auge nicht zu sehen ist, und Komplexes verständlich darstellen: Informationsdesign boomt. Das zeigt die Ausstellung «Wissen in Bildern».

Ein Flugzeug kommt selten allein: Für dieses Bild schoss Mike Kelley 2014 Hunderte von Fotos.
Ein Flugzeug kommt selten allein: Für dieses Bild schoss Mike Kelley 2014 Hunderte von Fotos.
Mike Kelley

Keine Bange, das Foto oben zeigt nicht etwa eine neue Motorsportdisziplin namens Synchronlinienflug. Sondern verdankt sich den raffinierten Bildbearbeitungstricks von US-Fotograf Mike Kelley (der wiederum nichts mit dem gleichnamigen, 2012 verstorbenen Künstler zu tun hat).

Kelley stationierte sich mit seiner Fotokamera am Flughafen von L.A. und knipste jedes einzelne Flugzeug, das an diesem Tag dort auftauchte, beim Start und bei der ­Landung. Danach montierte er die Bilder zusammen – und stellte so die stattliche Flugverkehrsdichte an einem durchschnittlichen Tag dar.

Zeigen, was da ist, was man aber von blossem Auge nicht sehen kann. Oder leicht verständlich darstellen, was eigentlich hochkomplex ist: Das ist das Thema der Sonderausstellung «Wissen in Bildern». Sie liefert Infografiken, Fotomontagen wie die von Mike Kelley, digitale Visualisierungen und einschlägiges Filmmaterial – und kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Schliesslich prasseln Tag für Tag derart viele Informationen auf uns ein und werden deren Zu­sammenhänge und Verstrickungen teils so dicht, dass wir um etwas entwirrende Hilfe­stellung noch so froh sind.

Wie es sich für das Museum für Gestaltung gehört, wird in der Schau nicht ­einfach knochentrocken ein Exponat ans andere gereiht. Stattdessen sollen die Besucher bitte auch mal selbst Hand anlegen. Oder, in diesem speziellen Fall, Hände, Füsse und den Rest des Körpers: Denn nachdem sich der australische Medienkünstler Jeffrey Shaw mit Sarah Kenderline, EPFL-Professorin für digitale Museologie, zusammengetan hat, kann Kung-Fu jetzt auch interaktiv erlernt werden. Bequeme Kleidung ist für diesen Museumsgang also wärmstens empfohlen.

Sie sind nicht so der Sportler? Eher der Geniesser? Auch gut. Melden Sie sich zum Workshop an, in dem Kuchendiagramme ganz wörtlich genommen werden und man selbige unter fachkundiger Anleitung erst zubereitet und anschliessend, nun ja, verinnerlicht. Data Cuisine nennt sich dieses gastro-intellektuelle Erlebnis, sinnigerweise. Und wenn es je einen Beweis für die Theorie brauchte, dass unkompliziert das neue Sexy ist: Hier ist er.

Museum für Gestaltung Toni-Areal, Pfingstweidstr. 96www.museum-gestaltung.ch Vernissage Do 19.9., 19–22 Uhr Bis 8.3.2020 Di–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr Eintritt 12/8 Franken, unter 16 J. gratis

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