Familientreffen im Seefeld

Das neue «Zentrum Architektur Zürich» im ehemaligen Museum Bellerive eröffnet mit einer Ausstellung über die Geschichte der Villa.

«Mannequins bei Joe Strassner» von Marianne Breslauer.

«Mannequins bei Joe Strassner» von Marianne Breslauer. Bild: Walter&Konrad Feilchenfeldt/Fotostiftung Schweiz/Pro Litteris

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In schicke Roben gehüllt, sind diese drei Grazien in etwas vertieft, das dem Blick des Betrachters verborgen bleibt. Ihre fast spiegelbildlich positionierten Rücken und das geheimnisvolle Etwas, das ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, haben das 1932 entstandene Bild zu einer Ikone der Fotografie gemacht.

Den richtigen Augenblick zu er­wischen: Das macht oft das Glück aus; im Leben, in der Liebe, in der Kunst. Und dafür hat Marianne Breslauer, die Urheberin des besagten Fotos, ein sicheres Gespür. 1909 in Berlin in ein grossbürgerliches ­Elternhaus hineingeboren, stehen ihr alle Wege offen. Sie wählt die Ausbildung zur Fotografin und wird später über ihr Werk sagen: «Interessiert hat mich nur die Realität, und zwar die unwichtige, die über­sehene, von der grossen Masse unbeachtete.»

Blick auf den eigenen Standort

Was Marianne nie ablichtet, sind die Häuser, die ihr Vater, der berühmte Architekt Alfred Breslauer, entworfen hat. Zur selben Zeit, in der sie ihre «drei Mannequins» fotografiert, baut er (und nicht, wie lange Zeit angenommen wurde, Erhard Gull!) im Zürcher Seefeld die Villa Bellerive. Und genau dort treffen nun Vater und Tochter aufeinander, genauer gesagt: seine Baupläne und ihre Fotos.

Mit der Ausstellung «Zürich – Berlin: Geschichten der Villa Bellerive» stellt sich das Zentrum für Architektur Zürich (ZAZ) auf originelle Art vor: Es nimmt den eigenen Standort unter die Lupe.

Über den Tellerrand schauen

Wo bis Anfang 2017 das Museum für Gestaltung Design und Kunsthandwerk zeigte (jetzt im Toni-Areal), soll sich ab sofort alles um Stadt, Raum, Umwelt drehen – aber nicht, ohne über den eigenen Tellerrand zu blicken. Getragen u. a. vom Architekturforum Zürich und vom Architekturdepartement der ETH, will das ZAZ mit einem interdisziplinären Programm nicht nur Fachleute, sondern ein breites Publikum ansprechen. Dazu wurde die Villa für 1,7 Millionen Franken saniert – und einen Kafi kann man dort nun auch trinken.

Zentrum Architektur Zürich
Höschgasse 3
Vernissage: Do 18 Uhr Bis 4.11. Mi–So 14–18 Uhr
Öffentl. Führungen: Do 20.9., 19 Uhr (auf Englisch!); So 30.9., 14 Uhr, So 4.11., 14 Uhr
zaz-bellerive.ch

(Züritipp)

Erstellt: 05.09.2018, 16:27 Uhr

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