«Früher habe ich meine Polaroids entsorgt»

Rankin fotografierte Kate Moss und David Bowie. Vor seiner Zürcher Schau hat er uns von seinen Erfahrungen erzählt.

Fotografierte die Kandidatinnen von «Germany’s Next Topmodel»: Starfotograf John Rankin.

Fotografierte die Kandidatinnen von «Germany’s Next Topmodel»: Starfotograf John Rankin.

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Ihre jüngste Schau heisst «Disruption». Es sei die erste, in der es um emotionale Verbindungen gehe, heisst es im Ausstellungstext. Was meinen Sie damit?
Ich zeige erstmals nur Fotografien, in denen ich Emotionen und Beziehungen festgehalten habe. Eigentlich mache ich das ja immer, aber einen so spezifischen Fokus haben wir bei der Bildauswahl noch nie gehabt.

Sie zeigen auch eine Vielzahl Polaroids. Welche ­Bedeutung haben diese im Zeitalter der digitalen Fotografie?
Sie sind alte Erinnerungen. Früher waren sie selbstverständlich, ich habe sie zum Teil entsorgt oder verschenkt. ­Heute sind sie plötzlich etwas Besonderes. Wenn ich sie mir jetzt anschaue, versetzen sie mich zurück in diese Zeit, die viel unschuldiger und einfacher war.

Machen Sie heute noch Polaroid-Bilder?
Selten. Aber ich mag die analoge Technik sehr, sie erinnert mich daran, wie die Fotografie einst war, in was ich mich in den Achtzigern verliebt habe. Ich liebe auch die Digitalfotografie, aber die Polaroids besetzen einen anderen Platz in meinem Herzen.

Sie haben viele namhafte Models wie Gisele Bündchen oder Kate Moss und Stars wie Daniel Craig oder Emma Watson fotografiert. Welcher Shoot ist Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?
1995 fotografierte ich für ein britisches Magazin David Bowie. Ich war ein Riesenfan damals. Er war unglaublich freundlich und wunderschön. Ich fotografierte sein Gesicht ganz nah und konfrontativ, schaute ihm sozusagen tief in die Augen. Zuerst war ich enttäuscht, dass ich am Ende nicht das typische coole Bowie-Bild hatte. Aber dann merkte ich, dass es etwas anderes ist – etwas, das ihn und mich zeigt.

Gibt es jemanden, den Sie unbedingt noch fotografieren möchten?
Sean Penn. Ein grossartiger Regisseur und ein brillanter Schauspieler.

«Minerva Close Up» hat Rankin dieses Sofortbild betitelt. Bild: Rankin Photography Ltd

Sie sind nicht nur Fotograf, sondern auch Herausgeber mehrere Magazine, darunter «Dazed & Confused» und «AnOther Magazine». Welche Bedeutung hat der Print für Sie?
Anders als eine Webseite oder ein Kanal auf den Sozialen Medien, steht ein Magazin immer für sich selbst und ist in sich abgeschlossen. Wir leben in einer digitalen Welt, in der die meisten Inhalte mit einem endlosen Scrollen konsumiert werden. Magazine und Bücher sind anders, weil sie physische Produkte sind und man sie immer wieder lesen kann, sie verschwinden nicht einfach. Man kann sie auch Jahre, nachdem man sie eigentlich vergessen hat, immer wieder aus dem Gestell nehmen, darin blättern. Das macht sie so speziell und deshalb werden gedruckte Produkte nie ganz verschwinden. Ich persönlich gebe Magazine auch heraus, um mit anderen Kreativen zusammenzuarbeiten und ihnen eine Plattform zu bieten.

Vielen sind Sie hierzulande bekannt, weil Sie mehrmals für «Germany’s Next Topmodel» arbeiteten. Stört Sie das?
Überhaupt nicht! Heidi Klum hat mich während meiner ganzen Karriere unterstützt. Und es machte mir immer Spass, Teil der Sendung zu sein. Ich hoffe einfach, dass die ­Leute realisieren, dass ich eigentlich ganz anders bin als der Typ, den sie im Fernsehen sehen.


John Rankin Waddell (53) arbeitet seit über zwanzig Jahren als Mode- und Porträtfotograf, seine Bilder sind u. a. in der «Vogue» ­erschienen. Der Brite hat mehrere Magazine gegründet, darunter «Dazed & Confused» und «Another Magazine».


Petra Gut Contemporary
Nüschelerstr. 31
Ab Fr Bis 20.3.
www.petragut.com

Erstellt: 08.02.2020, 08:35 Uhr

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