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Häuser sehen und verstehen

Über 100 bedeutende Bauten öffnen zum «Open House» ein Wochenende lang ihre Tore. Wir haben exklusive Informationen!

Paulina Szczesniak

Wir tun es selten, aber hier ist es wirklich mal angebracht: Wir geben zu, dass die Website von Open House Zürich so informativ und benutzerfreundlich ist, dass wir das fast nicht besser aufdröseln können. Fast!

Bevor Sie nun also lossurfen und sich aus dem dichten Angebot an Touren, die am Wochenende durch 100 Kirchen, Theater, Wohnungen, Büros, Schulen und weitere Gebäude der Stadt angeboten werden, Ihre Rosinen rauspicken, sei an dieser Stelle ein Einblick in eines davon gegeben, die Sie so exklusiv nur im «Züritipp» erhalten.

Die Schreibende hatte nämlich das ­Vergnügen, in einem der besagten Gebäude, nämlich in der Kanti Freudenberg, maturreif (oder, wie mich mein Lateinlehrer ­korrigieren würde: matura) zu werden. ­Natürlich wussten ich und meine Gspäändli das damals nicht zu schätzen.

Keinen Plan hatten wir, dass der 1961 fertiggestellte Bau das Hauptwerk von Jacques Schader (1917–2007) war, geschweige denn davon, dass er von der NZZ einst als «Akropolis von Zürich» bezeichnet worden war.

Wir nannten es wahlweise Schachtel, Bunker oder Klotz. Und amüsierten uns mit einer Mutprobe, die mit den unter den Treppen in der grossen Halle platzierten, knöcheltief mit Wasser gefüllten Becken zu tun hatte.

Was eigentlich die Architektur erhaben spiegeln sollte, füllte sich in Tat und Wahrheit während des Semesters mit allerlei ­Unrat. Und wer es fertigbrachte, einen Becher von der Brühe zu trinken, erhielt von jedem aus ­seiner Klasse einen Fünfliber. So war das. Wenn Sie also bald selbst vor Ort sind, haben Sie Ihrer Begleitung nun etwas zu erzählen. Noch ein paar Hard Facts gefällig? Bitte: Über 200 000 Gebäudebesuche dürften an diesem vierten Open-House-Wochenende zwischen Wollishofen und Oerlikon, Affoltern und Witikon ­verzeichnet werden.

Bis 2040 könnten in Zürich 520 000 Menschen leben. Die Fläche der Josefwiese entspricht ziemlich genau einem 10 000stel des Stadtgebiets – und wie das alles miteinander zusammenhängt, ­erfährt man dank der Installation der Architektengruppe MEHRZRH, für die sehr, sehr viel Kreide draufgehen dürfte.

Zum Schluss noch ein Geheimtipp: Verpassen Sie ja nicht die ortsspezifische ­Ausstellung der Künstlerin Clare Goodwin im einstigen Wohnhaus von Architekt Justus Dahinden (Kienastenwiesweg 41, ­Sa 16–21 Uhr, So 12–17 Uhr).

Open House

Sa 28.9. / So 29.9.?—?10 Bis 18 Uhr Diverse Orte Eintritt freiwww.openhouse-zuerich.org

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