Im digitalen Kaleidoskop

Der New-Yorker Zach Lieberman räumt mit seinen digitalen Grafiken Preise à gogo ab. Nun können ihn auch seine Schweizer Follower live erleben.

«Daily Sketches» wie diese postet Lieberman täglich auf Instagram: Grafik von Zach Lieberman.

«Daily Sketches» wie diese postet Lieberman täglich auf Instagram: Grafik von Zach Lieberman. Bild: Zach Lieberman/Digital Arts Association

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wenn Sie wissen wollen, ob die Kunst des US-Amerikaners Zach Lieberman etwas für Sie ist, sollten Sie mindestens eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten. Die erste lautet: Haben Sie als Kind gern ins Kaleidoskop geschaut (vorzugsweise stundenlang)? Die zweite: Hing in ihrer ersten WG ein Plakat von M.C. Escher an der Wand (das ist der mit den unendlichen Treppen in Schwarzweiss)?

Man merkt: Lieberman hat es mit Mustern, geometrischen Formen und optischen Täuschungen. Die allerdings entwirft der 41-jährige Wahl-New-Yorker nicht old-school-mässig mit Stift und Papier, sondern am Compi. Und das mit so viel Elan und Innovationsgeist, dass er nicht nur openFrameworks mitentwickelt hat, eine Open-source-Software für kreatives Programmieren, sondern nebenbei seit über zwei Jahren eine «Grafik des Tages» auf seinem Insta-Account aufschaltet.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Blob lines #openframeworks

Ein Beitrag geteilt von zach lieberman (@zach.lieberman) am

Eine von Liebermans Arbeiten auf Instagram. Quelle: Instagram/zach.lieberman

Mittlerweile hat er über 53 000 Follower; allerdings bekommt er auch von anderer Seite Bestätigung für seine Arbeit: Das Design Museum in London hat eine seiner Arbeiten mal zum «Interaktiven Design des Jahres» erkoren, und zu Hause in den USA erklärte das «Time Magazine» sie zur «Besten Innovation des Jahres».

Bodenständig trotz des vielen Lobes

Und Zach? Bleibt trotz des vielen Lobs auf dem Teppich. Hält geduldig und lächelnd Vorträge darüber, wie man mit neuen grafischen Ausdrucksformen spielen kann (ist es möglich, dass Lieberman der freundlichste Kreative der Welt ist?). Und hat die von und für Künstler geführte School for Poetic Computation mitgegründet.

Nun kommt er also nach Zürich, ins im Migros-Hochhaus beheimatete kleine Museum of Digital Art. Der Pre-Event zur Ausstellung am Freitag, bei dem Lieberman über seine Arbeit erzählt, ist natürlich längst ausverkauft. Aber an der Vernissage, wo er ebenfalls anwesend und erfahrungsgemäss in Plauderlaune sein wird, sollte es noch Platz haben. Und selbst wenn nicht, lohnt sich ein Besuch der Schau. Sogar wenn Sie jetzt nicht so der Escher-Typ sind. Denn: Sie dürfte nichts weniger zeigen als die (oder eine) Zukunft der bildenden Kunst.

MuDA
Pfingstweidstr. 101 Vernissage in Anwesenheit von Z. Lieberman: Sa 9.2. 17–20 Uhr
Bis 19.5.
Di–So 11–19 Uhr
Eintritt: 10 Franken
www.muda.co

(Züritipp)

Erstellt: 09.02.2019, 09:07 Uhr

Artikel zum Thema

Fliegen lernen im Museum

Gametechnik trifft auf Filmästhetik: Die interaktiven Videos von Vincent Morisset dehnen die Genregrenzen und entführen in neue Welten. Eine Begegnung mit dem kanadischen Regisseur. Mehr...

Pixel sind Programm

Am Sonntag erhält Zürich einen neuen Kunst-Hotspot: Das Museum of Digital Art macht die analoge Ära endgültig zu Geschichte. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Blogs

Sweet Home 10 Wohnideen, die Leben in die Bude bringen

Tingler Die Liebe im 21. Jahrhundert

Die Welt in Bildern

In luftiger Höhe: Ein Paraglider schwebt bei traumhaftem Wetter im Oberallgäu am Mond vorbei. (16. Februar 2019)
(Bild: Filip Singer) Mehr...