Neustart

In der dreiteiligen Ausstellungsreihe «Refaire le Monde» überschneiden sich Kunst und Politik.

Filmstill aus Heidi Specognas «Cahier africain».

Filmstill aus Heidi Specognas «Cahier africain».

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Das Helmhaus macht Migration, Klimawandel, Vereinzelung, digitale Überforderung und Krieg zum Thema. Das ist nicht wenig. Und doch: Kunst im Museum, so das Postulat der Kuratoren, soll mit dem Leben ausserhalb unserer Sorglosigkeit zu tun haben. Der Titel der Schau «Refaire le monde» bedeutet deshalb: eingreifen, neugestalten, besser machen.

Dass dieser Ansatz nicht nach amerikanischen Vorstellungen abläuft, klärt gleich der Auftakt der Ausstellung: Die US-Flagge von A. C. Kupper entpuppt sich von nahem als Abbild eines Schachtdeckels neben Blindenmarkierungen. Sie führen geradewegs in einen dunklen Raum, wo Musik innere Bilder generiert, bevor das konkret Gebotene einen fast erschlägt. Etwa der preisgekrönte Dokumentarfilm «Cahier africain» der Schweizer Filmemacherin Heidi Specogna: Ein Schulheft mit Fotos und Zeugenaussagen vergewaltigter Frauen aus Zentralafrika steht am Anfang des erschütternden Langzeitprojekts.

Wie lebt eine junge Frau mit ihrem übergriffig gezeugten Mädchen in einem Land, wo Gemetzel und Plünderungen an der Tagesordnung sind? Und wie leben Migranten im Durchgangszentrum in Oerlikon? Dieser Frage geht Raphael Perret nach, indem er nicht nur einen Wohncontainer nachbaut, sondern die Asylsuchenden ihren Alltag selbst dokumentieren lässt. «Refaire le monde: Position» ist der erste von insgesamt drei Teilen dieser Ausstellung – und die Auslegeordnung einer Welt, die es von Grund auf neu zu schaffen gilt.

Helmhaus
Limmatquai 3
www.helmhaus.org
Vernissage: Do 18 Uhr
Bis 6.5.
Eintritt frei
Div. Veranstaltungen: siehe Website
Teil 2 bzw. Teil 3 der Ausstellungstrilogie «Refaire le Monde» werden vom 18.5. bis 17.6. bzw. vom 21.9. bis 11.11. zu sehen sein. (Züritipp)

Erstellt: 11.03.2018, 07:05 Uhr

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