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Punk ist noch lange nicht tot

Punk? Ist nicht nur Lärm, Revolte und Irokesen. Aber auch. Das zeigt die aus zwölf Ausstellungen zusammengesetzte Superschau «RAW POWER».

... wie die Fotoreportage der Baslerin Eleni Kougionis zeigt.
... wie die Fotoreportage der Baslerin Eleni Kougionis zeigt.
Eleni Kougionis
Zürich, April 1989: Punks gegenüber dem Restaurant Turm.
Zürich, April 1989: Punks gegenüber dem Restaurant Turm.
Niklaus Stauss
Los Angeles 1970: Sänger Iggy Pop während einem Auftritt. Der Sänger ist bekannt für seine wilden Bühnenperformances.
Los Angeles 1970: Sänger Iggy Pop während einem Auftritt. Der Sänger ist bekannt für seine wilden Bühnenperformances.
Ed Caraeff
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So, fertig Lametta. Der Alltag hat uns wieder. Und weil das grade inmitten der Januartristesse eine recht ruppige Sache sein kann, passt es eigentlich ganz gut, dass die Photobastei jetzt mit einer geballten Ladung Punk aufwartet.

RAW POWER (ja, die Grossbuchstabenmüssen sein) heisst die Sause, die mehr oder weniger die ganze Bastei in Beschlag nimmt und genau genommen nicht nur als eine Ausstellung, sondern als ein ganzes Dutzend Ausstellungen daherkommt. Herzstück ist die einschlägige Fotosammlung des Ex-ZDF-Reporters und Kunstsammlers P. C. Neumann, die von Vivienne Westwood über Jean-Michel Basquiat bis hin zu den schaurig-schönen Bildern des berüchtigten Berghain-Türstehers Sven Marquardt ganz vieles umfasst, was Rebellenherzen schneller schlagen lässt.

Weltweite Bewegung

Nicht zuletzt ein paar Würfe von Street-Art-Phantom Banksy – der ja mit bei Nacht und Nebel hingeschlotzten Graffiti und Schredderaktionen im Auktionshaus gern gegen den Strom schwimmt. Weil nun aber Punk nicht nur in Berlin und London stattfand bzw. -findet, sondern sich auch in der Provinz, hinterm Eisernen Vorhang und sogar in muslimischen Ländern breitmacht, blickt RAW POWER erfreulicherweise über den bekannten Tellerrand hinaus.

Zum Beispiel nach Russland. Oder nach Indonesien, mit der sehr coolen Bildreportage der 30-jährigen Basler Fotografin Eleni Kougionis. Unbedingt hinhören sollte man ferner, wenn Olaf Ballnus, mittlerweile rüstige 56 und mehr oder minder braver Familienmensch, daran erinnert, wie das damals so war, als man «perspektivlos, gelangweilt und dagegen» war – mit herrlich rotzigen Fotos aus den Achtzigern, an einem Erzählabend (am 24. 1.) und in seiner Film­doku über die Kultpöbelband Die Kassierer (CH-Premiere am 23. 1.). Und weils natürlich ein Unding wäre, Punk zu sehen, aber nicht zu hören, wird die Bastei über die nächsten Wochen auch schön ordentlich mit Livekonzerten beschallt. In dem Sinne: Lasst es krachen.

Photobastei Sihlquai 125 Vernissage in Anwesenheit von Sven Marquardt: Do 10.1. 18 Uhr, Eröffnungskonzert Failed Teachers: 21 Uhr Bis 3.3.www.photobastei.ch

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