Realitätshack

Der Italiener Gianni Motti mit seinen verrückten Ideen ist wieder da. Nur so viel: Er stellt etwas mit dem Helmhaus an.

Bobby im Ohmmmm-Modus, 2007 an der Frieze in London.

Bobby im Ohmmmm-Modus, 2007 an der Frieze in London.

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«Reality Hacking» ist sein Metier: Gianni Motti agiert gern im echten Leben, um es mit sub­versiven Aktionen aufzumischen. Legendär sind die Bekennerschreiben, mit denen der Italiener zwischen 1986 und 1996 in den Medien grössere Erdbeben für sich reklamierte. Später hat er sich etwa als vermeintlicher ­Delegierter Indonesiens in die UNO-Menschenrechts­kommission eingeschlichen. Und im Gewühl der Londoner Kunstmesse Frieze liess er 2007 einen britischen Polizisten in seiner drolligen Uniform meditieren statt für Ordnung sorgen. Mit Künstlerkollege Christoph Büchel hat er zudem 2002 das Ausstellungsbudget von 50 000 Franken als Scheck im ansonsten leeren Helmhaus versteckt. Die Schau lief nur einen Tag, danach wurde sie wegen Kürzung der Gelder geschlossen.

Trotzdem kehrt der in Genf lebende Motti gern hierher zurück: Seine «Ex-Position» wird heute als zweiter Teil der politisch gefärbten Ausstellungstrilogie ­«Refaire le monde» im Helmhaus eröffnet – der megalomane Titel der Reihe stammt übrigens auch von Motti. Dabei will er mit seiner Kunst die Welt gar nicht ummodeln, sondern bereichern. So präsentiert er uns nun einen wahrlich luftigen «Think Tank» – und beim Denken kann man bekanntlich zuweilen ins Wanken geraten, stolpern oder an Grenzen stossen. Das alles ist hier ­durchaus auch wörtlich gemeint. Mehr sei nicht verraten; Mottis Kunst lebt von der Überraschung.

Do, 18 Uhr (Vernissage)
Helmhaus
Limmatquai 31, www.helmhaus.org
Di-So 11-18 Uhr, Do 11-20 Uhr
Bis 17.6.

(Züritipp)

Erstellt: 16.05.2018, 14:31 Uhr

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