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Diese Künstlerinnen ziehen es durch

Es gibt Leute, die machen Kunst, die viele für verrückt halten: Die Schau «Himmelsstürmer*innen» stellt sieben von ihnen vor.

Paulina Szczesniak
Kunst darf das: Ein Saurier aus Plüsch von Julia Krause-Harder.
Kunst darf das: Ein Saurier aus Plüsch von Julia Krause-Harder.

Outsider art Das Ding im Bild unten ist ein Flugsaurier. Genauer: ein Pteranodon. Rund 1000 Stück davon sind in fossiler Form schon gefunden worden. Und jetzt gibts also noch einen mehr: aus Plüsch und Plastikfolie.

Etwa 30 verschiedene Saurier hat Julia Krause-Harder (*1973) schon gebastelt. Bleiben noch rund 770. Denn die Deutsche hat sich vorgenommen, sämtliche uns bekannten Arten nachzubauen – in Originalgrösse, wohlgemerkt. Ein ganz schön ehrgeiziges Unterfangen oder, wie manche sagen werden: recht durchgeknallt.

Der Künstlerin sind solche Kommentare egal. Sie zieht ihr Ding durch und schert sich nicht drum, obs dafür viel Geld gibt oder Anerkennung. Mit dieser Haltung ist sie nicht allein: Sieben unbeirrte Kreative stellt das kleine, auf etwas andere Kunst spezialisierte Musée Visionnaire vor, darunter einen Berufswolkenbeobachter sowie einen professionellen Ausgespuckte-und-auf-dem-Asphalt-plattgedrückte-Kaugummis-Bemaler.

Voll nutzlos? Vielleicht. Aber eins muss man diesen Himmelsstürmer*innen (so der Titel der Ausstellung) lassen: Es ist ungemein befreiend, zu sehen, dass es immer noch Leute gibt, die ihren unkonventionellen Weg gehen, ohne Rücksicht auf Verluste oder gar auf Stänkerer.

In einer Gesellschaft, in der alles bis zum Gehtnichtmehr durchrationalisiert ist, tut das nicht nur gut, sondern vor allem: not. Also: Gehen Sie hin, hören Sie zu, sehen Sie, wie Ben «Chewing Gum Man» Wilson Zürcher Kaugummis verschönert (an der Vernissage und danach bis zum 30. August). Wer weiss: Vielleicht lernen Sie ja etwas über sich selbst.

Musée Visionnaire Predigerplatz 10 Vernissage mit Performance des «Chewing Gum Man»: Di 27.8. 18 Uhr Ausstellung bis 16.2.2020 Julia Krause-Harder im Gespräch: Di 12.11., 19 Uhr Eintritt: 9 / 7 / 5 Franken, unter 16 J. gratiswww.museevisionnaire.ch

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