So wird Kunst gefördert

Die Stadt vergibt wieder ihre Kunststipendien. Wir haben mit zwei Nominierten und einem Jurymitglied gesprochen.

Eine der ausgestellten Arbeiten: «The Polychrome Antiquity Choir» (2019) von Selina Zürrer.

Eine der ausgestellten Arbeiten: «The Polychrome Antiquity Choir» (2019) von Selina Zürrer. Bild: Lorenzo Pusterla

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Selina ZürrerMit Jahrgang 1992 ist die Zürcherin eine der jüngsten Nominierten. Sie arbeitet seit 2015 als freischaffende Künstlerin.

Die Form der Förderung
«Ich habe mich für ein Atelierstipendium beworben. Für mich wäre dies nachhaltiger als eine reine finanzielle Förderung, da ich durch ein neues Arbeitsumfeld aus meinem Alltag rauskäme und so Inspiration für neue Arbeiten bekäme.»

Die künstlerische Umsetzung
«Ein konkretes Projekt, das ich bei einem Gewinn umsetzen würde, habe ich noch nicht im Kopf. Ich möchte offen sein für alles und schauen, was mir in Genua begegnet, das ich in meine Arbeit einfliessen lassen kann.»

Die Bedeutung eines Stipendiums
«Gerade für mich als junge Künstlerin, die sich eher ausserhalb des Galerienkontexts bewegt, sind solche Förderungen sehr wichtig, weil du aufgrund deiner Arbeit und nicht deines Netzwerks beurteilt wirst.»

Die Ausstellung im Helmhaus
«Es war schon sehr lange mein Ziel, mit einem Werk in dieser Schau vertreten zu sein – deshalb habe ich bereits jetzt einen Meilenstein erreicht.»

Vincent KristeDer 39-Jährige stellt seit einigen Jahren regelmässig in Zürich und Basel aus und war 2018 für einen Swiss Art Award nominiert.

Die Form der Förderung
«Ich habe mich für den Werkbeitrag beworben. Ich werde bald Vater, und ein längerer Auslandaufenthalt käme mir deshalb ungelegen.»

Die künstlerische Umsetzung
«Für mich geht es weniger um ein konkretes Projekt, sondern darum, wie viel Zeit und Energie ich für meine Kunst aufwenden kann. Die finanziellen Mittel eines Künstlers spielen auch eine Rolle bei der Anschaffung von Werkzeugen oder der Wahl von verwendeten Materialien.»

Die Bedeutung eines Stipendiums
«Ein Stipendiengewinn bedeutet nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch Anerkennung – das freut einen immer, selbst wenn man versucht, über solchen Urteilen zu stehen.»

Die Ausstellung im Helmhaus
«Ich zeige eine Arbeit, die ich auch umgesetzt hätte, wenn ich nicht ausgewählt worden wäre. Allerdings habe ich sie an die Platzverhältnisse des Helmhauses angepasst. Normalerweise entwickle ich Arbeiten losgelöst von einem Ort.»

Katharina AmmannAmmann ist Mitglied der Komission für Bildende Kunst der Stadt und arbeitet am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft.

Die Auswahl
«Die Jury diskutierte während zweier Tage, wen sie fördern will. Eine Rolle spielen dabei Qualität und Eigenständigkeit der Arbeit, wie sie sich gegenüber anderen vergleichbaren Werken in der Schau verhält und welche Bedeutung sie innerhalb der Entwicklung des Künstlers hat.»

Die Entscheidung
«Über die erste Auswahl herrscht üblicherweise Konsens, so auch dieses Jahr. Danach führten wir eine intensive Diskussion über die definitive Vergabe; am Schluss wird jeweils abgestimmt.»

Der Fördergedanke
«Der wird bei den Werkstipendien sehr hoch gewertet. Deshalb wählen wir häufig Kunstschaffende aus, bei denen wir durch diese Förderung einen Entwicklungsschub erwarten, dessen Richtung aber offen sein kann.»

Die Geschlechterverteilung
«Die Auszählung nach Geschlecht erfolgte auch diesmal bewusst erst ganz zum Schluss des Jury­prozesses und ergab ein ausgewogenes Bild.»

Helmhaus
Limmatquai 31
Vernissage und Stipendienverleihung: Fr 12.7. 19 Uhr
Bis 8.9.
Eintritt frei
www.helmhaus.org

Erstellt: 10.07.2019, 14:29 Uhr

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Zur Ausstellung

Jedes Jahr vergibt die Stadt neun Werkstipendien, die mit je 18 000 Franken dotiert sind, sowie fünf Atelierstipendien im Ausland. 2019 haben sich 189 Kunstschaffende für die beiden Stipendien beworben, 40 davon hat die fünfköpfige Jury für die Schau im Helmhaus ­aus­gewählt, von denen 14 am Freitag prämiert werden.

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