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Von Geld bis Gummi

Was ist typisch Zürich? Das zeigt eine neue Dauerausstellung im Landesmuseum. Projektleiter Bruno Meier über fünf der insgesamt 60 Exponate.

Eines der 60 Objekte: Gipsmodell des Züri-Leu von Urs Eggenschwiler.
Eines der 60 Objekte: Gipsmodell des Züri-Leu von Urs Eggenschwiler.
Landesmuseum Zürich/zvg

Geldtransportkiste

«Es war der Postraub des Jahrhunderts: 1997 erbeuteten Räuber in der Fraumünsterpost 53 Millionen Franken, verteilt auf fünf Geldkisten. Die Täter wurden später gefasst und ein Teil der Beute gefunden – unter anderem in dieser Kiste.»

Daumenschraube

«Das 16. und 17. Jahrhundert war die Zeit der Hexenverfolgung. 79 Menschen, davon 75 Frauen, wurden in und um Zürich gefoltert und hingerichtet. Mit diesem Folterinstrument, das noch zu den harmloseren zählt, erzwang man Geständnisse von verdächtigten Frauen, indem man ihnen die Daumen brach.»

SKA-Skimütze

«Ursprünglich wurden die Mützen, die heute Kult sind, Ende der 1970er-Jahre an Zuschauer von Skirennen verteilt, denn die Schweizer Kreditanstalt sponserte damals die Ski-Nati. Mit der Mütze gelang der Bank ein genialer Werbecoup. Gegründet wurde die Bank 1854 vom Eisenbahnpionier und Politiker Alfred Escher, der auch zu den ETH-Gründern zählte. Bereits 1876 hatte die SKA ihren Hauptsitz am Paradeplatz – als eine der ersten Banken überhaupt. Später wurde die SKA zur Credit Suisse, und diese ist heute nicht mehr vom Finanzplatz Zürich wegzudenken.»

Brandschutt

«Dieses Metallornament stammt aus dem ­Brandschutt des Aktientheaters, das während der Neujahrsvorstellung 1890 niederbrannte. Es befand sich in der ehemaligen Barfüsserkirche. Als Ort für den Bau eines neuen Theaters stellte die Stadt eine Fläche beim Sechseläutenplatz zur Verfügung. Innert 16 Monaten wurde der Ersatz gebaut: das Opernhaus, das bis 1964 noch Stadttheater hiess.»

Gummigeschoss

«Ein solches Geschoss haben wohl einige Leute, die Teil der Jugendbewegung und an den Opernhaus-Krawallen im Frühling 1980 beteiligt waren, zu Hause. Gerade bei solchen Objekten, die einen gewaltsamen Hintergrund haben, findet im Ausstellungskontext eine Ästhetisierung statt.»

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