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Von Ikarus bis Plumologe

Eine Schau dekliniert den Werkstoff Feder durch: biologisch, historisch, künstlerisch.

Schön ja, praktisch nein: «Table of Feathers» von Bethan Huws.
Schön ja, praktisch nein: «Table of Feathers» von Bethan Huws.
Bethan Huws/Galerie Tschudi&Zuoz/fbm Studio

Das Gefieder eines Vogels wiegt etwa doppelt so viel wie sein Skelett. (Und das Skelett eines Menschen beträgt ca. 12% seines Körpergewichts – man rechne und staune.) Wissenschafter, die sich mit Federn beschäftigen, heissen Plumologen, während der – im Rokoko voll angesagte, heute indes fast verschwundene – Beruf des Federschmückers mit dem schönen französischen Ausdruck Plumassier umschrieben wird.

So. Damit hätten Sie das Grundrüstzeug beisammen für einen Besuch der neuen Sonderausstellung im Gewerbemuseum. Um Federn gehts da natürlich, und zwar sowohl um solche an Vögeln dran wie auch um solche in Daunenjacken drin, kurz: der thematische (Feder-)Fächer ist weit offen, wie man das von ­diesem Haus gewohnt ist. Was man auf dem Heimweg z. B. wissen wird: Warum die Flugrouten von Störchen von deren Gefieder abhängig sind, was ein Adler im Flug so sieht und warum die britische Künstlerin Bethan Huws ihre Möbel mit Federn spickt (s. Bild).

Wer zudem ein heimlicher kleiner Ikarus ist, sollte sich aus dem üppigen Rahmenprogramm das Referat von Professor Dr. Koopmans vom Plastic Innovation Competence Center in Freiburg herauspicken, denn der erzählt doch tatsächlich, wie er und sein Team aus Hühnerfedern flugfähige Flügel konstruieren.

Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 Vernissage: Sa 30.11. 16 Uhr Bis 1.6.2020 Di–So 10–17 Uhr, Do 10–20 Uhr Eintritt 12 / 8 Franken (bis 16 Jahre gratis)www.gewerbemuseum.ch

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