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So sehen starke Frauen aus

Sie ist die Foto-Chronistin der Popkultur. Nun kommt Annie Leibovitz mit ihrer Ausstellung «Women: New Portraits» nach Zürich.

Misty Copeland wurde 2015 als erste Afroamerikanerin Primaballerina des American Ballet Theatre.
Misty Copeland wurde 2015 als erste Afroamerikanerin Primaballerina des American Ballet Theatre.
Annie Leibovitz from «Women: New Portraits» commissioned by UBS

Von der Frau sah man nur die Augen: Lamis Srour, Lehrerin aus der libanesischen Community von Michigan. In Annie Leibovitz’ Schwarzweissfotografie schien ihr Nikab eins zu werden mit dem Hintergrund. Eindringlich war dieses Bild aus der Reihe «Women».

1999 kam die Fotoserie als Buch heraus. Die Idee stammte von Leibovitz’ damaliger Lebenspartnerin, der Essayistin Susan Sontag. «Women» sollte die von Männern geschaffenen Frauenstereotypen überschreiben; die vielseitige Weiblichkeit am Ende des 20. Jahrhunderts aufzeigen. Zwei Jahrzehnte später ist der Gedanke noch immer aktuell: Wir diskutieren über Frauenquoten, über Geschlechterrollen, über Verschleierung. Passend also, dass Leibovitz wieder loszog, auf der Suche nach Weiblichkeit heute. Ihre Wanderausstellung «Women: New Portraits» gastiert nun in Zürich, der letzte von insgesamt zehn Stopps.

Für «Women» sei es ihr damals schwergefallen, Frauen in wichtigen Positionen zu finden, sagte die 67-jährige US-Amerikanerin. Diesmal war es offenbar einfacher: Da gibt es die Konzernchefin, die Frauenrechtlerin, die Künstlerin. In der Ausstellung sind die Fotos auf eine simple Pinnwand gesteckt; das Projekt ist ein Work in progress. Auf einem Bildschirm werden Leibovitz’ ältere Porträts gezeigt, darunter die Ikone: Ellen DeGeneres als Harlekin mit Zigarette.

Leibovitz ist die Chronistin der Popkultur schlechthin. Seit den 70ern schiesst sie Starporträts fürs kollektive Gedächtnis: John Lennon, der sich nackt an Yoko Ono schmiegt. Demi Moore mit Babybauch. Was Leibovitz’ Schaffen ausmacht: Es ist mal theatralisch, mal nüchtern, immer aber: intim. Auch die neue Serie: Aktivistin Malala Yousafzai steht im Schulzimmer, Tänzerin Misty Copeland scheint zu schweben. Berührend sind beide Fotos.

Montag – Mittwoch, 10.00 – 18.00 UhrDonnerstag, 10.00 – 20.00 Uhr Freitag, Samstag und Sonntag, 10.00 – 18.00 UhrBis 19.2. Eintritt frei

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