Die fetten Jahre sind vorbei

Das DJ-Duos Fat Sushi hat die wilden Zeiten hinter sich, doch müde vom Auflegen und Produzieren sind die beiden noch lange nicht.

Daniel Strauss (l.) und Ralph Wirth machen als Fat Suhsi tanzbaren Techno.

Daniel Strauss (l.) und Ralph Wirth machen als Fat Suhsi tanzbaren Techno.

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Das Klischee, dass DJs den ganzen Tag schlafen, widerlegt Ralph Wirth vom Duo Fat Sushi: Es ist früher Nachmittag, als er in einer Zürcher Cafébar erscheint.Er ist alleine, die andere Hälfte von Fat Sushi, Daniel Strauss, lebt in Kreuzlingen, wo sich auch das ­Studio der beiden befindet. Das sei kein Zufall, sagt Wirth: «Daniel ist der Studionerd, er hat sehr viel Produktionserfahrung. Ich hingegen kümmere mich um die Distribution und Geschäftliches.» Den Kreativprozess und das ­Auflegen bestreiten sie gemeinsam.

Seit 2013 treten Strauss und Wirth als Fat Sushi auf. «Wir machen beide schon lange elektronische Musik», erzählt Wirth, «dann fand ein Freund, dass wir zu­sammenarbeiten sollten.» Fat Sushi kamen an, sie legten bald von Berlin bis Beirut auf.

Vor gut zwei Jahren gründeten die beiden Freunde das Label Fat Wax. «Ein Recordlabel zu haben, war schon immer ein Jugendtraum von mir», sagt Wirth schmunzelnd. Es kam noch eine weitere Zäsur hinzu: Sie entschieden sich, nicht mehr nur auf die Musik zu setzen. Wirth arbeitet seither als Marketingleiter, Strauss im Elektronikbereich. «Natürlich ist es toll, sich nur der Musik widmen zu können, aber mit einem zweiten finanziellen Standbein sind wir freier und flexibler als DJs», erklärt Wirth den Entscheid.

Sie seien sehr kritisch mit sich selbst, sagt Wirth weiter, deshalb hätten sie in den letzten Monaten bewusst eine Auftrittpause gemacht und wieder vermehrt an Releases gearbeitet. Eine ist die soeben erschienene EP «My Empire» mit dem Londoner Singer-Song­writer Archivist, dessen Originalmix an sphärisch-aufgedrehten Gameboy-Sound erinnert. Die Remixes davon sind weitaus tanzbarer. Die Clubtauglichkeit ist Fat Sushi ein grosses Anliegen: «Die Leute sind da, um Spass zu haben und zu tanzen», sagt Wirth.

Und damit kommt noch ein weiteres DJ-Klischee zur Sprache: Ja, zum Ausgehen gehören oft Alkohol «und 34 Substanzen», wie Wirth selbst sagt. Doch er kenne ebenso viele zurückhaltende wie exzessive DJs. «Ich persönlich wurde sehr ruhig in den letzten Jahren», sagt der Vater einer einjährigen Tochter lachend. «Vielleicht sogar zu ruhig für einen DJ.»

Sa, 23 Uhr
Härterei Club
Hardstrasse 219, www.haerterei-club.ch
Eintritt 10/20 Franken

(Züritipp)

Erstellt: 12.05.2018, 09:07 Uhr

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