Die zaubernden DJs

Das schwedische Duo Elfenberg gibt sich wortkarg. Doch seine tanzbare Musik ist offen und von der ganzen Welt inspiriert.

Sie konzentrieren sich voll auf ihre Musik: das DJ-Duo Elfenberg.

Sie konzentrieren sich voll auf ihre Musik: das DJ-Duo Elfenberg.

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Fünf Kilometer Pisten: Das Skigebiet «Elfenberg» in Österreich ist überschaubar – und mittlerweile auch schneearm. Eine grössere Erfolgsstory ist das gleichnamige DJ-Duo.

Die befreundeten Schweden dachten nicht an grüne Pisten, als sie sich für ihr Pseudonym entschieden. Ausführlich beschreiben sie in ihrem esoterischen Promotext, was dahintersteckt: Elfenberg steht für einen versteckten und mythischen Ort in den Bergen, den die Menschen seit Jahrhunderten anbeteten. Sie hofften, dass sie der Berg führt und ihnen hilft.

Unpassendes Promomärchen

Doch der eigentlich friedliche Platz kann auch gefährlich sein – vor allem bei Leermond. Dann ist das Produzenten- und DJ-Duo da, um die heilige Stelle zu schützen. Doch dieses Promomärchen passt nicht wirklich zum modernen und zugänglichen Clubsound von Elfenberg.

Die beiden Schweden bezeichnen ihren Sound als organisch und vielseitig. Im Februar 2018 veröffentlichte Elfenberg auf dem renommierten Berliner Label «Stil vor Talent» die EP «Continents». Mehrschichtiger und sphärischer House mit dramatischen Elementen: Das über sieben Minuten lange «Cadenza» beginnt wie ein harmloser Clubtrack – dann setzen die energischen, afrikanisch klingenden Trommeln ein. Sie werden immer lauter und eindringlicher.

Beginnt harmlos, klingt dann afrikanisch: «Cadenza» von Elfenberg. Video: YouTube/Everything Will Be Ok

Bei der zweiten Nummer «Gaivota» dominieren Gitarrenklänge. Das dritte und letzte Stück auf der Platte wurde nach dem nordamerikanischen Indianerstamm Meskwaki benannt. Elfenberg hat dessen Gesänge gesampelt und daraus einen mythischen und modernen Clubtrack gemacht.

Sie halten sich bedeckt

Elfenberg sind viel unterwegs, lassen sich von anderen Künstlern, Kulturen und Ländern inspirieren. Genregrenzen sind den beiden fremd. Auch Starallüren kennen sie nicht. Die DJs und Produzenten halten sich bedeckt.

Es existieren nur wenige Bilder von ihnen. Die meisten zeigen sie von hinten. Auch Interviews geben sie kaum. Und falls doch, fallen ihre Antworten knapp aus. Als ein Blogger wissen wollte, wie ihr Leben aussähe, wenn sie keine Musiker geworden wären, sagten sie nur: «Wir haben wirklich überhaupt keine Ahnung.»

Fr — 23 Uhr
Frieda’s Büxe
Friedaustr. 23
Eintritt 25 Franken
www.friedasbuexe.ch

(Züritipp)

Erstellt: 31.01.2019, 10:13 Uhr

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