Für Ohr und Auge

Diese neue Konzertreihe «Sonic Fiction» verbindet Konzerte mit audiovisuellen Performances. Die erste Ausgabe wird mit Ben Frost und Jenny Hval düster.

Ben Frost und Jenny Hval machen experimentelle Musik.

Ben Frost und Jenny Hval machen experimentelle Musik.

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Ben Frost
Als 19-Jähriger zog der Musiker von Melbourne nach Reykjavik. Weil das isländische Klima besser zu seinem kargen Electro-Sound passt? «Die Beziehung zwischen meinem Wohnort und dem, was ich arbeite? Na ja, ich bin nicht meine Arbeit», sagte Ben Frost bereits vor einigen Jahren in einem Interview. «Ich verbringe auch nicht jeden Tag im Studio. Meistens gehe ich lieber fischen.» Das Album «Aurora» (2014) nahm er in der krisengeplagten Demokratischen Republik Kongo auf, den aktuellen Longplayer «The Centre Cannot Hold» in Chicago. Dessen Titel geht auf ein Gedicht des Dichters William Butler Yeats zurück und ist ähnlich düster. Für die zehn ausgefransten Tracks nahm sich Frost zehn Tage Zeit. Unterstützt wurde er dabei vom bekannten Produzenten Steve Albini.


Jenny Hval
Die norwegische Performerin und Singer-Songwriterin macht sperrige und gesellschaftskritische Musik, schafft es aber trotzdem immer wieder in die grossen Medien. Zum Beispiel mit der Aussage, dass das Sextape von Paris Hilton «ein interessantes Stück Filmgeschichte» sei. 2016 ist «Blood Bitch» erschienen, ein Album über Menstruationsblut und «die rote und weisse Klopapierkette, die Jungfrauen, Huren, Mütter, Hexen, Träumer, Liebende verbindet», wie Jenny Hval selbst sagte. Sie posiert auf den Pressefotos mit Kunstblut. Ist mal sie selbst, dann eine fiktive Vampirfrau. Sie singt über Clits und Cunts, hat aus den ­Fetzen politischer Reden Songzeilen zusammengesetzt. Inspiration für das Album waren aber hauptsächlich alte Horrorfilme, besonders Low-Budget-Produktionen. «Ich mag diese extreme Langeweile, diese verschrobenen Fetische und Begehren, egal, ob logisch oder nicht», sagt Jenny Hval. Auch musikalisch scheut sie den Mainstream nicht, ihr sechster Longplayer klingt ­poppiger und melodischer als alle seine ­Vorgänger – aber noch immer sehr avantgardistisch.

Sa, 20 Uhr
Schauspielhaus Pfauen, Rämistrasse 34, www.schauspielhaus.ch
Eintritt 35-70 Franken

(Züritipp)

Erstellt: 18.04.2018, 14:52 Uhr

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