«Macht jetzt eure Telefone aus!»

Als Musiker, DJ und mit seinem Label Cómeme hat der Deutsch-Chilene Matias Aguayo einen ganz eigenen Zugang zu verschiedenen Welten gefunden.

Will (Frauen-)Geschichten erzählen: DJ Matias Aguayo.

Will (Frauen-)Geschichten erzählen: DJ Matias Aguayo. Bild: Marcel Setton

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Ein Bericht über Sie trug einmal den Titel «Der Vagabund». In welchen Städten haben Sie schon überall gelebt?
Ich bin in Santiago geboren, meine Eltern sind dann nach Lima geflüchtet, später weiter nach Deutschland. Als Musiker habe ich länger in Köln gelebt, anschliessend in Buenos Aires, Santiago, Mexiko-Stadt und Paris. Momentan ist meine Homebase Berlin. Aber ich bin natürlich sehr viel in Lateinamerika. Mit dem Label Cómeme haben wir es geschafft, dort ein Netzwerk zwischen verschiedenen Ländern aufzubauen.

Auf Instagram zeigen Sie ein Video vor einem Auftritt im Estadio Nacional de Chile im März. Ein Ort mit besonderer Bedeutung.
Martin Gore hat dort für das Konzert von Depeche Mode meine Band The Desdemonas als Vorgruppe ausgewählt. Mich in der Umkleidekabine des Stadions vorzubereiten, war ein sehr emotionaler Moment: Ich kam im September 1973 elf Tage nach dem Putsch von General Pinochet auf die Welt, und mein Vater wurde wenig später verhaftet und in diesen Kabinen gefoltert. Unser Auftritt hat sich deshalb angefühlt wie eine gute Wendung des Schicksals.

In der Zukunft bestreiten Sie ohne Band die ganze Nacht alleine. Was ist der Reiz an so langen DJ-Sets?
Jeder, der DJ mit Leidenschaft ist, macht das gerne. Ich kann eine längere, kom­plexere Geschichte erzählen und durch ­verschiedene Genres und Geschwindig­keiten gehen.

Ich greife immer noch sehr gerne zum Mikrofon beim Auflegen.Musiker und DJ Matias Aguayo

Was für Musik bringen Sie mit nach Zürich?
Von Cumbia über Techno, House, Reggaeton bis zu kolumbianischem Champeta. Ich versuche, eine Gemeinsamkeit in diesen Sachen zu finden und unterschiedliche Rhythmen zu mischen – etwa einen Gong-Track aus Südafrika mit einem Tribal-Track aus Mexiko.

Das Mikrofon als ständiger Begleiter ist auch mit dabei?
Ich greife immer noch sehr gerne zum Mikrofon beim Auflegen. Auch, weil ich viele eigene, unveröffentlichte Stücke spiele, zu denen ich dann singe oder toaste. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, mit dem Publikum in einen Dialog zu treten – oder ihnen auch mal zu sagen: Macht jetzt eure Telefone aus!

Sa — 24.00 Uhr
Zukunft
Dienerstr. 33
Eintritt 25 Franken
www.zukunft.cl

(Züritipp)

Erstellt: 04.07.2018, 13:30 Uhr

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