Sie rappt ohne Bling-Bling

Chynna war ein gefragtes Model und feierte mit ihrer Musik Erfolge. Dann stürzte die Rapperin in eine Drogensucht.

Sie ist zurück mit viel Selbstvertrauen: Chynna Rogers.

Sie ist zurück mit viel Selbstvertrauen: Chynna Rogers.

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Als Teenager erhielt Chynna Rogers ein Ticket für den Schnellzug in die glitzernde Welt des Showbusiness: Mit 14 Jahren wurde sie von einem Model-Scout angesprochen und erhielt einen Vertrag bei der bekannten Ford Agency. Mit 15 bewarb sie sich als Praktikantin beim Rapper ASAP Yams in New York, der sie sogleich ermunterte, ihre eigene Musikkarriere zu verfolgen. «Ich war ein wenig naiver, weniger bescheiden und immer noch bereit, auszubrechen», sagt die heute 25-Jährige über diese Zeit.

«Ich bin wie ein neuer Mensch. Ich mag Dinge, von denen ich früher nicht wusste, dass ich daran interessiert bin.»Chynna

Obwohl Chynna in Kampagnen von DKNY zu sehen war, die Crew von ASAP Mob sie musikalisch begleitete und förderte und ihre ersten Tracks wie «Glen Coco» – benannt nach einer Figur aus dem Film «Mean Girls» – 2014 via Soundcloud zu viralen Hits wurden, waren diese Jahre nicht einfach eine schöne Glitzerwelt. 2015 starb ihr Mentor ASAP Yams an einer Drogenüberdosis, und Chynna kämpfte selber mit einer Abhängigkeit von Opiaten.

Real-Talk und kein Bling-Bling

Diese Zeit hat sie nun im Stück «Iddd» verarbeitet, das für «I don’t do drugs» steht. In einem Artikel von «Nylon» über junge Musiker, die ihre Drogensucht überwunden haben, sagt sie dazu: «Ich bin wie ein neuer Mensch. Ich mag Dinge, von denen ich früher nicht wusste, dass ich daran interessiert bin.» Sie beschäftigt sich mit Meditation und bezeichnet sich als Buddhistin.

«Iddd» steht für I don't do drugs: Rogers über ihre überwundene Drogensucht. Video: YouTube/Chynna Rogers

Entsprechend sind ihre Tracks keine Bling-Bling-Stücke mit Liebeserklärungen an den Luxus. Die Stimmung ist eher düster, manchmal gar bedrohlich. Chynna mag den tiefen Bass und kalte Synthesizer. Ihr Rap ist hart und stoisch, gezielt setzt sie ihre Punch-Lines, bevor ihre raue Stimme wieder in dunkle Kellerräume hinabsteigt.

Damit ist Chynna bereit, einen bleibenden Eindruck in der Hip-Hop-Welt zu hinterlassen, auch wenn ihr Veröffentlichungskatalog erst eine EP und einzelne Singles aufweist. «Ich hatte schon immer dieses Problem, dass Hip-Hop nicht die gleiche Langlebigkeit hat wie viele andere Genres», sagt Chynna. Sie würde an manchen Songs zwischen einem halben und einem Jahr sitzen und diese immer wieder verfeinern: «Jedes Lied ist für mich ein komplett eigener Gedanke.»

Fr 13.12. — 21 Uhr
Rote Fabrik
Seestr. 395
Eintritt 25 Franken
www.rotefabrik.ch

Erstellt: 12.12.2019, 10:10 Uhr

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