Zum Hauptinhalt springen

Bestehen sie die Feuerprobe?

Kaum eine Band hat 2019 so viel von sich reden gemacht wie Black Midi. Doch der Hype bringt sie in Zugzwang.

Diese vier jungen Männer machen bei den Kritikern das Rennen: Holen sie sich wieder die Pole?
Diese vier jungen Männer machen bei den Kritikern das Rennen: Holen sie sich wieder die Pole?

«Rettet diese Band den Rock?», fragte der «Tages-Anzeiger» im Juni. Die Schlagzeile ging um, nachdem Black Midi ihr erstes Schweizer Konzert an der Bad-Bonn-Kilbi gespielt hatten. Dort in Düdingen standen die vier 19- und 20-jährigen Männer in weissen Hemden und Cowboyhüten auf der Bühne und brachten das Publikum mit einer kruden Fusion aus Post-Prog, Punk und klassisch motivierter Präzision in Wallung.

Wenig an diesem Auftritt passte zum Image einer aufstrebenden Rockband. Dass sich deren Mitglieder an der Brit School kennen lernten – jener renommierten Musikerschmiede, die Karrieren von Adele oder Amy Winehouse lancierte –, untermauerte die Irritation. Aber eben auch den Mythos.

Der Hype um Black Midi begann, nachdem die Band am letztjährigen Iceland Airwaves Festival ein Set im Studio des Radiosenders KEXP spielte; das Youtube-Video des Auftritts hat inzwischen über eine halbe Million Aufrufe. Drei Monate später formte sich am Eurosonic im holländischen Noorderslag eine der längsten Einlassschlangen des Festivals, wie das Schweizer Fernsehen im Januar berichtete. «Alle wollten die mysteriöse Hype-Band aus London sehen.» Es habe sich gelohnt, das Konzert sei «wahnsinnig (und) gut» gewesen.

Dieser Wahnsinn, den Black Midi neben exzentrischer Kleidung in Form lauter Gitarren, entrückter Vocals und treibender Schlagzeug-Intermezzos von Livebühnen transportiert, findet sich auch auf dem sehnlichst erwarteten Debütalbum wieder.

Seit «Schlagenheim» am 21. Juni bei Rough Trade erschienen ist, sind sich Kritiker jedoch erstmals uneins: Während eine Fraktion weiter von ungestümer Virtuosität schwärmt, richten andere den Blick auf unergründete Texte und mangelnde Atmosphärik. Die Jury des renommierten Mercury Prize verteidigte das Potenzial und schickte «Schlagenheim» ins Rennen um das Album des Jahres. Derzeit ist zumindest der Mythos gerettet.

Mo 30.9. — 21 Uhr Bogen F Viaduktstr. 97 Eintritt 25 Frankenwww.bogenf.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch