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Das bestgehütete Geheimnis des Rock ’n’ Rolls

Er sei das bestgehütete Geheimnis des Rock ’n’ Roll, schrieb der «Rolling Stone» kürzlich über Steve Gunn.

Hat auch schon drei Alben in einem Jahr veröffentlicht: Musiker Steve Gunn.
Hat auch schon drei Alben in einem Jahr veröffentlicht: Musiker Steve Gunn.

«Heilige Scheisse», dachte Steve Gunn. «Ist das wirklich die gleiche Person?» Er stand in einer New Yorker Galerie und hörte dem damals noch unbekannten Kurt Vile zu. Vile und Gunn sind im gleichen Ort aufgewachsen, einer kleinen Stadt vor Philadelphia. Befreundet waren sie damals aber nicht. Doch Viles Songs überzeugten Gunn. Die Musiker kamen ins Gespräch. Ein paar Jahre später fragte Vile Gunn, ob er einige Shows für ihn eröffnen möchte. Auch Sonic Youth heuerte Gunn als Support an.

Damals spielte Steve Gunn nur in­strumentale Songs, meditative und avantgardistische Mischungen aus Country und Noise. Dann entdeckte er durch American-Primitivism-Künstler wie John ­Fahey die Gitarre – und seine Stimme. «Ich bin sehr zurückhaltend, und es war erst seltsam zu singen», meint der Amerikaner kürzlich in einem Interview mit dem Blog «Stereogum». Doch es machte seine Musik massentauglicher.

Die Rolle der Songtexte

An einem kleinen europäischen Festival sang er schliesslich das erste Mal vor Publikum. Er sei froh gewesen, dass er dort niemanden gekannt habe. In den folgenden Konzerten gewann er an Selbstvertrauen, erzählte Gunn. Heute würden Journalisten ihm sagen, dass sie sich gar nicht gross um seine Lyrics kümmern würden. «Sie meinen, dass sie einfach den Klang meiner Stimme mögen. So habe ich das eigentlich nie gesehen.»

Dabei schreibt Steve Gunn sehr reflektierte und aussergewöhnliche Songtexte. Auf seinem aktuellen Longplayer «The Unseen In Between» erzählt er zum Beispiel von seinem ver­storbenen Vater. Dieser wollte wie seine Brüder im Vietnamkrieg kämpfen, blieb dann aber trotzdem in den USA. Oder von einem älteren Ladenbesitzer und seiner Katze. «Das ist natürlich eine Metapher. Es geht um emotionalen Support und dass man sich Sorgen um seine Liebsten macht», sagte Steve Gunn über den akustischen Gitarrensong «Luciano».

«The Unseen In Between» ist nicht das stärkste Album des Musikers. Einige der über 5-minütigen Songs sind zu lange geraten, manchmal schwächelt Steve Gunns Stimme. Doch in seinen besten Momenten ist der bedächtige Indie-Folk einfach nur beruhigend – und erinnert an die Bands der British Invasion.

So 31.3. — 19.30 Uhr Rote Fabrik Seestr. 395 Eintritt 29 Frankenwww.rotefabrik.ch

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