Das gab es schon früher

Die Regeln für die «Bohème Sauvage» bleiben, der Ort ändert: Wir sagen, was geht und was nicht und wo die 20er wieder aufleben.

Glitzer und Pailletten sind heute wieder in: Bei «Bohème Sauvage» leben die 20er auf.

Glitzer und Pailletten sind heute wieder in: Bei «Bohème Sauvage» leben die 20er auf.

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Wer 80er-, 90er- und 00er-Jahre-Partys besucht, möchte sich meist zumindest für eine Nacht wieder jung fühlen. Sich an den ersten Rausch oder Kuss erinnern, hemmungslos die alten Songs mitgrölen. Wer eine 20er-Jahre-Party besucht, der sehnt sich nach etwas ganz anderem – nach «mondäner Unterhaltung» nämlich, wie es die Veranstalter selbst nennen.

Sie lassen in verschiedenen europäischen Städten stilecht die 20er-Jahre auferstehen. Was das konkret bedeutet? Die Partygäste tanzen Cha-Cha-Cha, Foxtrott und Walzer. Anfänger können am Anfang des Abends einen Crashkurs besuchen. Gespielt wird ausschliesslich Musik, die es damals gab – oder zumindest hätte geben können.

Smartphones, Digitalkameras und anderer technischer Schnickschnack sind ebenso verboten wie flegelhaftes Verhalten. «Beste Manieren sind bei der Bohème Grundvoraussetzung», steht auf der Website. Was auch nicht willkommen ist: richtiger Pelz, Fasnachtskostüme und alle Kleidungsstücke, die nicht aus den 20ern oder dem Jahrzehnt davor oder danach stammen.

Geht

Paartanz-Profi werden! Wer genug früh da ist, kann im Smith & de Luma einen Einführungskurs in Charleston besuchen. Alle anderen können bereits daheim erste Schritte von Walzer, Foxtrott oder Cha-Cha-Cha üben. «Keck und adrett» lautet der strenge Dresscode. Die Berliner Veranstalter wollen Dandys, Diven, Dirnen und Ganoven aus den 1920ern sehen – und empfehlen, für das perfekte Outfit einen Kostümverleih aufzusuchen.

Doch nicht nur die Kleidung, sondern das gesamte Styling will geplant sein. Wer sich noch nie eine Wasserwelle gelegt oder den Schnurrbart gezwirbelt hat, sollte vorgängig mindestens ein ausführliches ­Tutorial auf Youtube anschauen. Vergangene Zeiten, vergessene Sitten: Die Damen müssen von den Herren charmant zum Tanz aufgefordert und am Schluss mit einem spendierten Gläschen Champagner verabschiedet werden.

Geht nicht

Wenn der Pelz nicht aus Uromas Kleiderschrank stammt, ist er verboten. Wer kein solches Vintage-Teil besitzt, darf sich einen neuen, aber hochwertigen Kunstpelz anschaffen. Alle anderen Pelze ­werden nicht toleriert. Sich eine Federboa von vorletzter Fasnacht umzuwerfen, ist verboten. Ebenso billige Kostüme und alles, was es zwischen 1890 und 1930 noch nicht gab. Dazu gehören auch bequeme Turnschuhe und, ja, das Smartphone.

Anrufe entgegennehmen, Nachrichten schreiben und Instagram checken? Das ist an dieser Party strikt untersagt. Wer ein Taxi bestellen will, muss den Barmann um das Telefon bitten – oder den Club verlassen. Der Selfie-Wahn gehört ausschliesslich in die Gegenwart. Wer trotzdem ein ­Erinnerungsbild von sich und seinem perfekten Outfit haben will, kann einen anwesenden Fotografen bitten.

Sa 26.10. — 21 Uhr
Smith & de Luma
Grubenstr. 27
Eintritt 55 Franken,
zwei Karten mit einer Flasche Champagner kosten 179 Franken
www.boheme-sauvage.ch

Erstellt: 24.10.2019, 14:28 Uhr

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