Der Sinfoniker

Werner Bärtschi feiert den 250. Geburtstag von Beethoven exzessiv. Zu hören gibt es auch weniger bekannte Werke des alten Komponisten.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Weshalb eigentlich dominiert mit Beethoven ein vor 250 Jahren geborener Komponist unser Musik­geschichtsbild? Wieso beherrschen seine lediglich neun Sinfonien die Programme der Musiktempel weltweit? Bis heute ist Beethoven der Sinfoniker schlechthin geblieben. Aber gerade Letzteres erscheint umso merkwürdiger, als uns mit den 32 Klaviersonaten ein um eini­ges interessanterer Werkkomplex des Meisters vorliegt.

Denn diese Gattung begleitete ihn sein ganzes Künstlerleben hindurch. Sie war es, in der er seine Experimentierlust auslebte und so nebenbei die Musik revolutionierte. Kein Musiker vor oder, mit Ausnahme Schönbergs, nach ihm legte einen weiteren künstlerischen Weg zurück.

In diesen 32 Sonaten vollzieht sich eine Entwicklung, die im klassischen, an Mozart orientierten Stil ihren Ausgang nimmt und während ihres Verlaufs die Türen zur Romantik weit aufstösst, um schliesslich in einen von Mythen umrankten, bis heute rätselhaft gebliebenen Spätstil zu münden.

Das alles lässt sich nun während fünf Tagen am Klavierissimo in Wetzikon live nachvollziehen – alle 32 Sonaten werden in der Reihenfolge ihrer Entstehung gespielt. Und als wäre das noch nicht genug, wartet der künstlerische Leiter, der Pianist und Komponist Werner Bärtschi, mit einer ungewöhnlichen Idee auf. Die fünf am Projekt beteiligten Pianisten gestalten nämlich nicht jeder für sich einen Abend, sondern sie lösen einander an jedem Konzert Sonate für Sonate ab.

So eröffnet sich einem nicht nur eine Ahnung von der Vielgestaltigkeit der beethovenschen Musiksprache, sondern auch von ihrer Offenheit für die unterschiedlichsten Interpretationsansätze. Und nicht zuletzt dank dieser Eigenschaft ist Beethoven auch heute noch so relevant.

Ab Di 28.1. — 19:30 Uhr
Aula Wetzikon
Bühlstr. 36
Einzeleintritte: 65 Franken / 50 Franken / 35 Franken
Festivalpässe ab 180 / 80 Franken
Das Klavierissimo dauert bis Sa 1.2.
www.topklassik.ch

Erstellt: 22.01.2020, 16:18 Uhr

Artikel zum Thema

Diese Musiker erwecken das Klavier zum Leben

Mit Arnalds, Gonzales und Cipa spielen gleich drei renommierte Neo-Klassik-Pianisten in Zürich. Wir stellen sie vor. Mehr...

Er sprengt die Klassik-Klischees

Breakdance, Instagram und Auftritte in kurzen Hosen: Der polnische Countertenor Jakub Józef Orlinski singt bald im Zürcher Opernhaus. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Kunst-Blumen: Zum Valentinstag schenkt Banksy der Stadt Bristol eine neues Werk. Das Blumen werfende Mädchen schmückt eine Wand im Stadtteil Barton Hill. (14. Februar 2020)
(Bild: Finnbarr Webster) Mehr...