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Die Band sucht die Nähe zum Publikum

Kurz nach ihrem erfolgreichen Debütalbum stand die britische Band Amber Run vor dem Aus. Was hat sie gerettet?

Authentisch mit Blick nach vorne: Joshua Keogh (Mitte) und seine Musiker.
Authentisch mit Blick nach vorne: Joshua Keogh (Mitte) und seine Musiker.

Amber Run posten fast täglich auf Facebook. «Es gibt so etwas wie ein Abkom­men zwischen Band und Fans», erklärte Sänger Joshua Keogh einst in einem Interview. Schliesslich würden Amber Run ohne ihre Unterstützer nicht existieren.

«Und wie sollen sich die Leute von uns inspirieren lassen, wenn wir sie nicht an uns ranlassen?» Deshalb teilt die britische Band fleissig erste Songs vom dritten Album «Philophobia», das Ende September erscheinen wird.

Veröffentlicht Fotos der Bandmitglieder: Mal sitzen die Musiker konzentriert vor einem Keyboard, dann posieren sie mit einer Goldenen Schallplatte. «Das war schon immer ein Traum von uns», kommentiert das Trio.

Musik anstatt Studium

Zwei der drei Männer machen seit ihrer Jugend zusammen Musik: Erst spielten sie in einer Altrockband, später gründeten sie die massentauglichere Formation Amber Run mit. Als sich die Liveauftritte und Vergleiche mit Coldplay häuften, schmissen die jungen Musiker ihr ­Studium an der Universität von Nottingham.

2015 veröffentlichten Amber Run das Debütalbum «5am». Produziert wurde es von Mike Crossey. Dieser hat bereits mit Indie-Hit-Bands wie Arctic Monkeys, Keane und Foals zusammengearbeitet. Fast schien es, als würden Amber Run ähnlich erfolgreich werden: Der emotionale, energiegeladene Balladen-Pop der Briten erhielt grösstenteils positive Kritiken.

Schwere Zeiten hinter sich

Amber Run gingen auf grosse Tour, dachten an das zweite Album. Doch dann kündigte das Plattenlabel den Vertrag, Radiostationen zeigten immer weniger Interesse. Der Drummer verliess Anfang 2016 die Band.

Die verbliebenen Mitglieder rauften sich zusammen. Ohne den Druck eines Labels arbeiteten sie an neuen Songs. «Die Musik, die wir jetzt machen, ist genau die, die wir alle machen wollen», sagte Joshua Keogh damals. Er will, dass sich die Leute mit der Band identifizieren, sich ihr nahefühlen. Nicht nur durch Good-News-Posts auf Facebook, sondern auch durch authentische Songzeilen.

So geht es in den ­Liedern auf dem zweiten Album «For A Moment, I Was Lost» (2017) um Depressionen, unliebsame Menschen und grosse Enttäuschungen. Mit dieser Offenheit überzeugte die Band die Kritiker nicht. Sie fanden die Texte weinerlich, die ­Melodien zu abgekupfert. Und die Fans? Sie schickten auf Social Media Herzen.

Mo — 20 Uhr Papiersaal Kalanderplatz 6 Eintritt 38 Frankenwww.papiersaal.ch

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