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Die lauten Rocker sind ruhiger geworden

Die Noise-Rock-Band Metz hält auf ihrem aktuellen Album inne. Frontmann Alex Edkins hat uns gesagt, weshalb.

Treffen sich viermal pro Woche im Bandraum: Alex Edkins (Mitte) und seine Bandkollegen.
Treffen sich viermal pro Woche im Bandraum: Alex Edkins (Mitte) und seine Bandkollegen.

«Wir hatten Scheuklappen auf», meint Sänger und Gitarrist Alex Edkins, wenn er mit dem «Züritipp» über die frühen rastlosen Jahre seiner Band spricht. Seit mehr als zehn Jahren bildet er mit Chris Slorach (Bass) und Hayden Menzies (Schlagzeug) das Noise-Rock-Trio Metz. Unter Vertrag bei Sub Pop, umfasst die Discografie der Kanadier drei Studioalben und eine Singles-Kompilation.

Zwischen 2012 und 2015 tourten Metz beinahe ununterbrochen. Seit dem letzten Album, «Strange Peace» (2017), gönnen sie sich mehr Pausen – nicht zuletzt wegen ihrer Familien: «Wir sind immer noch sehr fokussiert auf unsere Band, aber es tut gut, die Perspektive im Leben etwas zu verschieben», so Edkins.

«Ich weiss nicht, wie hörbar das ist, aber ich mag Popmelodien und -hooks.»

Alex Edkins

Edkins wirkt entspannt. Wenn Metz nicht auf Tour sind, dann treffen sich die Bandmitglieder drei- bis viermal wöchentlich in ihrem Proberaum in Toronto, besprechen Geschäftliches und tüfteln an Ideen für das kommende vierte Album. Es soll härter und dunkler werden als alles, was Metz bis jetzt gemacht haben, aber durchaus mit Gefälligkeit kokettieren: «Ich weiss nicht, wie hörbar das ist, aber ich mag Popmelodien und -hooks.» Edkins Vorliebe für Pop schimmerte bereits auf früheren Alben durch: Neben dissonanten Stromgitarren, einem Zerrbass und vertrackten Schlagzeugrhythmen, ist da oft auch Harmoniegesang, inspiriert vom Beat der 60er-Jahre.

Seit «Strange Peace» – aufgenommen beim Nirvana-Produzenten Steve Albini – lässt die Band der Ruhe Raum. Während die Vorgängeralben angetrieben waren von einer ängstlichen Rastlosigkeit, gab es mit «Caterpillar» und «Sink» erstmals zwei sanftere Songs zu hören. Sie seien Ausdruck eines grösseren Selbstvertrauens. «Wir haben auf dem Album das gemacht, was wir wirklich wollten, und uns nicht davon leiten lassen, dass wir mit lauten Songs unser Publikum auf sicher hatten.» Das Trio hat ein Gitarrengetöse, durchsetzt mit Zäsuren, geschaffen – quasi die Ruhe vor dem Sturm: Geschrieben haben Metz die Songs während den letzten US-Präsidentschaftswahlen.

Es ist immer wieder die Angst – vor allem vor der Zukunft –, welche Edkins in den Texten verarbeitet. Dabei scheint sich das Unbehagen zusehends von der persönlichen auf die globale Ebene zu verschieben.

Di 2.7. — 21 Uhr Bogen F Viaduktstr. 97 Eintritt 28 Frankenwww.bogenf.ch

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