Zum Hauptinhalt springen

«Ich singe oft in Duschenglisch»

Er heisst fast wie der hektische Inspektor Clouseau, benimmt sich aber ganz anders: Der deutsche Sänger Clueso ist so entspannt wie seine Musik.

Keine Abhängigkeiten mehr, sagte sich Clueso und schrieb ein paar Songs.
Keine Abhängigkeiten mehr, sagte sich Clueso und schrieb ein paar Songs.

Was beschäftigt Sie gerade?

Eine Menge. Mein Kopf ist immer voll in der Musik. Gerade sortiere ich Song­skizzen, die im Moment nur aus Gitarre und Duschenglisch bestehen.

Was ist Duschenglisch?

Dieses Kauderwelsch, das man beim Singen unter der Dusche pflegt. Ich singe oft Fantasietexte in Duschenglisch ein. Gerade eben hatte ich die Hoffnung, dass mir zu einem dieser Songs ein richtiger Text einfällt.

Sind Sie jemand, der konstant Output produziert?

Ja, das fliesst eigentlich die ganze Zeit. Das ist wie beim Fussball: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Ich höre immer irgendwas, was mich inspiriert. Ich baue nebenbei auch immer Beats oder freestyle ein bisschen.

Ihr aktuelles Album heisst «Neuanfang». Mussten Sie sich zu einer Zäsur zwingen?

Es gibt Situationen im Leben, die fühlen sich an, wie wenn man mit Mutti einkaufen geht. Davon wollte ich mich lösen. Ich hatte das Bedürfnis, alle Beziehungen zu kappen, denen eine Abhängigkeit zugrundeliegt. Ich bin zu meiner Band und meinem beruflichen Umfeld hin und hab gesagt: «Wie sieht denn euer System, euer Plan ohne mich aus?»

Wie vermeidet man dabei, gleich in neue Abhängigkeiten zu geraten?

Indem man vorab klärt, worauf man sich einlässt und was die Erwartungen sind. Ich frage jetzt bei neuen Kollaborateuren immer sehr genau nach, wo sie stehen und wo sie hinwollen. Früher war es so, dass sich sehr viel um mein System gedreht hat.­ ­Heute sage ich: «Ey, checkt mal selber rum, und ich komm dann schon.»

In Ihren Texten dringt noch immer Ihre Hip-Hop-Vergangenheit durch. Dient Ihnen der Reim als Krücke, als Hilfestellung?

Nein. Der Reim versperrt einem den Weg, eröffnet aber einen neuen. Und am Ende hat man etwas, das man nicht forciert hat. Etwas, das einem sagt, was einen tatsächlich beschäftigt.

Haben Sie einen aktuellen Lieblingsreim?

Ja: «Wenn ich meine Wohnung, mein Schmuckstück, mit Stuck schmück.» Find ich super. Aber ich wüsste nicht, wo ich den einbauen könnte.

Sonntag, ab 19.30 Uhr, Kaufleuten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch