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Diese drei Konzerte entzücken Klassikfans

Klassik-Tipps: Selten konnte sich der Klassikfreund zwischen so vielen interessanten Konzerten wie in dieser Woche entscheiden.

Marco Amherd ist Kantor der Johanneskirche.
Marco Amherd ist Kantor der Johanneskirche.

Schweizer Vokalconsort

Fr 20 Uhr Johanneskirche ZürichSa 20 Uhr Stadtkirche Winterthur

Das Zürcher Konzertleben ist äusserst vielfältig, bestückt mit Ensembles und Chören jeglicher Couleur. Es bedarf einer gewissen Selbstsicherheit, in diesem aufwendig gehegten Gärtchen ein neues Pflänzchen zu setzen. Ein Blick auf das Debütprogramm des heuer gegründeten Schweizer Vokalconsorts bestätigt die Ferndiagnose. Der aus 16 Sängern bestehende Profichor hat unter der künstlerischen Leitung von Marco Amherd ein Programm zusammengestellt, das Ambitionen verrät. Die kluge Auswahl an Werken von Heinrich Schütz bis zum schwedischen Komponisten Thomas Jennefelt lässt jedenfalls hoffen, dass dem jungen Pflänzchen eine erspriessliche Zukunft blüht.

The Great Learning

So 17 Uhr Tonhalle MaagIm Rahmen von «Tage für Neue Musik Zürich»

Einen prononciert anderen Ansatz wählte der englische Komponist Cornelius Cardew. Ihn interessierte nicht der spezialisierte Musiker, der Profi. Musik sollte das kreative Potenzial aller Menschen beflügeln und umgekehrt wiederum von deren spontaner Kraft profitieren. Das ist nicht nur ästhetisch zu verstehen, sondern war auch politisch gemeint. Cardew war bekennender Marxist-Leninist.

Sein Engagement ging so weit, dass nach seinem tragischen Unfalltod mit Fahrerflucht 1981 der Verdacht aufkam, der englische Inlandgeheimdienst MI5 hätte seine Finger im Spiel gehabt. Auch ohne solche Verschwörungstheorien zu vertreten, macht die groteske Episode klar: Hier glaubte einer noch an die weltverändernde Macht der Musik – und besass die kompositorische Kraft, andere mitzureissen. «The Great Learning», eines von Cardews Hauptwerken, bildet den würdigen Abschluss der diesjährigen, unter dem Motto «Bekenntnisse» stehenden Tage für Neue Musik. Ein Motto, dem die in die Hunderte gehenden, allen städtischen Milieus entstammenden Beteiligten nach dieser Aufführung sicherlich zustimmen werden.

Camerata Zürich

Sa 19.30 Uhr Aula der Universität ZürichSo 11 Uhr Musikschule Konservatorium Zürich

Bernd Alois Zimmermann wäre dieses Jahr 100 geworden. Für die Camerata Grund genug, ihm eine ganze Saison zu widmen. Passend zu Zimmermanns Technik, Zitate collageartig zu kombinieren, stellt das Ensemble den in keine Schublade zu steckenden Komponisten jeweils der Musik eines seiner Kollegen gegenüber. Diese Woche ist dies Benjamin Britten, was ein spannendes Rencontre verspricht: Expressive Komplexität trifft auf die Kraft der Schlichtheit.

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