Er will die Kontrolle

Die Band Eels besteht eigentlich nur aus dem Frontmann Mark Oliver Everett. Bei ihm werden sogar Songs über Krebs zu Hits.

Frühstückt alleine: Dieser Musiker gilt als ein Einzelkämpfer.

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Er habe riesiges Glück gehabt, findet Mark Oliver Everett. Denn er ist in den 60ern und 70ern aufgewachsen. Zwei Jahrzehnte, die grosse Musiker hervorbrachten – und die Everett noch live erleben konnte. Er sah The Who mit Keith Moon, hat Led Zeppelin auf ihrer Abschiedstour bejubelt.

Früh fing Everett an, mit Gitarre und Klavier eigene Songs zu schreiben. Berufswunsch? Musiker! Doch dann entdeckte er als Teenager Drogen, beging Straftaten, flog von der Schule. Aus dem Wunderkind war ein Problemjugendlicher geworden.

Eels mit seinem Song «That Look You Give That Guy 1». Video: YouTube/OfficialEels

Als Everett 19 Jahre alt war, starb sein Vater an einem Herzinfarkt. Dieser Verlust brachte ihn zur Besinnung. Er konzentrierte sich wieder auf die Musik, 1987 zog er nach Los Angeles. Dort ergatterte er zwar erste Auftritte, doch die ersten zwei Soloalben floppten kommerziell. Sein Geld verdiente Everett mit Gelegenheitsjobs.

Fast hätte der Musiker seine Träume aufgegeben. Dann traf er 1995 jedoch den Schlagzeuger Jonathan Norton und den Bassisten Tommy Walters. Das Trio ­gründete Eels. Im August 1996 veröffentlichten sie das erste gemeinsame Album. «Beautiful Freak» wurde über eine Million Mal verkauft.

Eels ist heute hauptsächlich E, wie sich Everett schlicht nennt. Denn der Amerikaner hat Bandkollegen, Manager und Plattenlabel immer wieder ausgetauscht. Er will sich künstlerisch nicht einschränken lassen, sich immer wieder neu erfinden können. Zwölf Studioalben hat E mittlerweile veröffentlicht. Das aktuellste heisst «The Deconstruction» (2018).

Für die 15 Songs hatte sich E vier Jahre lang Zeit genommen, sich keinen Druck gemacht. Klingen die durchdachten und intimen Popsongs deshalb so leicht? Oder weil E ein Profi darin ist, auch schreckliche Erlebnisse in schöne Lieder zu packen? So hatte er sein zweites erfolgreiches Album «Electro-Shock Blues» (1998) nach dem Verlust von Schwester und Mutter geschrieben.

Auf «The Deconstruction» ist auch ein Einschlaflied, das E für seinen Sohn komponiert hat. Mittlerweile kann dieser «Archie Goodnight» selbst singen. Mit einer Familie wird internationaler Erfolg bittersüss. In Interviews erzählt der Musiker, wie sehr er seine Liebsten vermisse: «Aber das gehört halt dazu, wenn man ein Daddy und ein Rock ’n’ Roller ist.»

Mi 14.8. — 20 Uhr
X-Tra
Limmatstr. 118
Eintritt 70 Franken
www.x-tra.ch

Erstellt: 08.08.2019, 11:36 Uhr

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