Der Musiker, der nachhaltig tourt

Fair produzierte Bio-Shirts, kein Food-Waste und eine CO2-Abgabe: Der Indiemusiker Novo Amor will die Welt retten.

Er hat sich während den Aufnahmen seines Debütalbums komplett zurückgezogen: Novo Amor.

Er hat sich während den Aufnahmen seines Debütalbums komplett zurückgezogen: Novo Amor.

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Ein Mann schwimmt durch das Meer. Vorbei an Korallen, Fischen, Schildkröten, Rochen und anderen Tieren. Plötzlich schwebt ein Abfallsack an ihm vorbei. Er blickt nach oben – und sieht vor lauter Abfall die Wasseroberfläche nicht mehr. PET-Flaschen, Verpackungen, Dosen und Tragtaschen wirbeln durcheinander. Das Wasser wird trübe. Ein Wal, der komplett aus Müll besteht, zieht vorbei.

Das Musikvideo «Birthplace» von Novo Amor ist ein starkes Statement gegen die Verschmutzung der Weltmeere. Doch wer auf die Lyrics achtet, merkt: Inhaltlich dreht sich der sanfte Lo-Fi-Song um etwas ganz anderes. «Er hat keine ökologische Botschaft», bestätigt Novo Amor in einem Interview mit dem «M Magazine».

Starker Folk: «Birthplace». Video: YouTube/Novo Amor

Er habe noch nie einen politischen Song geschrieben. Doch die Umweltzerstörung beschäftige ihn schon länger. «Künstler denken nur wenig darüber nach, wie stark sie eigentlich die Natur belasten.» Novo Amor zählt den hohen Benzinverbrauch während Tourneen, die vielen Plastikflaschen, das Einweg­geschirr auf. Auch wie die Merchandising-Produkte produziert werden, kümmere nur wenige.

«Aber ich glaube nicht, dass Musik so entstehen soll.»Novo Amor

Deshalb spannt Novo Amor mit zwei britischen Organisationen zusammen: Er verwendet auf seiner Tournee unter ande­rem ausschliesslich wiederverwendbare Flaschen, spendet übrig gebliebenes Catering und zahlt einen CO?-Ausgleich. Seine Fan-Shirts sind aus Bio-Baumwolle und die LP «Birthplace» aus recyceltem Vinyl.

Ein Jahr lang nahm Novo Amor das Debütalbum «Birthplace» bei sich zu Hause auf. Es war das erste Mal, dass der Musiker eine Deadline einhalten musste. «Das funktioniert vielleicht für ein paar Leute», meint der Engländer. «Aber ich glaube nicht, dass Musik so entstehen soll.» Trotz dem ungeliebten Druck ist «Birthplace» ein starkes und harmonisches Folk-Werk geworden. Es erinnert an jene von Bon Iver und James Vincent – auch weil Novo Amor eine ähnliche Falsettstimme hat.

Di 14.5. — 21 Uhr
Bogen F
Viaduktstr. 97
Ausverkauft
www.bogenf.ch

Erstellt: 09.05.2019, 17:35 Uhr

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