Welche Live-Acts sich am Zürich Openair lohnen

Ob Headliner oder Geheimtipp: Die Redaktion erinnert sich an die Konzerte der Acts, die ans Zürich Openair kommen.

Die Main Stage des Zürich Openair: Macklemore, Wanda oder The Kooks werden in diesem Jahr auf dieser Bühne stehen.

Die Main Stage des Zürich Openair: Macklemore, Wanda oder The Kooks werden in diesem Jahr auf dieser Bühne stehen. Bild: Eduard Meltzer

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Zeremonienmeister: MacklemoreSa 22.15 Uhr Main Stage

9000 Menschen im Hallenstadion waren begeistert, als Macklemore & Ryan Lewis vor gut drei Jahren ihre Show präsentierten. Begeistert von den Songs, begeistert von der Darbietung: Kein Wunder, denn Ben Haggerty alias Macklemore ist ein talentierter Zeremonienmeister. Er weiss mit dem Publikum umzugehen, er kann rappen. Ausser seiner sympathischen Erscheinung und der Tatsache, dass im Hintergrund ein Playback lief, hat das Konzert bei mir allerdings keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. (ads)

Er schreibt die ganz grossen Hits: Macklemore ist Headliner am diesjährigen Openair.

Roboter-Romantikerin: Helena HauffFr 1 Uhr Dance Circus

Hart, dreckig und ein bisschen kalt: So klingt ihre Musik. Helena Hauff spürt einem originär elektronischen Sound nach, sie liebt und lebt die kraftwerksche Formel einer funkigen Roboter-Romantik. Dabei kommen die Tracks, die sie als DJ spielt und als Künstlerin produziert, in rasantem Tempo daher. Dazu jaulen die Frequenzen und Bässe. Und wer Helena Hauff schon am Hautes Frequences Festival in Leysin erlebt hat, weiss: Die Hamburger DJ vermag auch eine Alp in ein loderndes Tanzinferno zu verwandeln. (bsc)

Hart, kompromisslos und Vinyl: Das ist Helena Hauff in drei Worten. Video: YouTube/Boiler Room

Deutscher Erfolgspop: Giant RooksFr 21.30 Uhr Tent Stage

Die Freunde gaben ihre ersten Konzerte an Schulfesten. Die Songs von damals spielen Giant Rooks noch heute. Wobei «damals» bei den Indiepop-Jünglingen relativ ist: Erst seit 2014 sind die Deutschen aktiv, die Debüt-LP ist noch nicht erschienen. Trotzdem war das Konzert in der Härterei ausverkauft. Das Publikum war jung und in Mitsinglaune. Die Band routiniert – und gerührt von so viel Begeisterung. (evh)

Sehen ganz brav aus: Die Band Giant Rooks begeistert seit 2014 ihr Publikum.

Schweizer Aufsteiger: Black Sea DahuFr 18.30 Uhr Tent Stage

Frühe Abendkonzerte an Open Airs, gerade wenn die Musik etwas ruhiger ist, scheint das Publikum oft für Verpflegung und Gespräche zu nutzen. Nicht so am diesjährigen Gurtenfestival: Die Indie-Folk-Band aus Zürich brachte das Publikum auf dem Berner Hausberg dazu, ganz still und aufmerksam zu sein. Davon überrascht schien gar die Band selber; obwohl sie für viele zu den Musikentdeckungen des Jahres gehört und mit ihren melancholischen Songs gerade Europas Festivalbühnen erobert. (aho)

Starteten im letzten Jahr durch: Black Sea Sahu hier vor einem Jahr am 8x15 von SRF Virus. Video: YouTube/SRF Virus

Mystisches Hype-Kollektiv: JungleDo 23 Uhr Tent Stage

Tanzende Silhouetten, sanfte Lichter, wärmender Soul: so die Erinnerungen an das Konzert von Jungle an der Bad-Bonn-Kilbi 2014. Das Londoner Kollektiv rund um Tom McFarland und Josh Lloyd-Watson stand damals kurz vor der Veröffentlichung des Debütalbums. Der Hype war gross, die Band hielt sich bedeckt – auf der Bühne blieben die Gesichter zumeist unbeleuchtet. Mystisch war das, und so konnte die Reise in eine schillernde Welt aus psychedelischem Soul, Disco und Elektro-Pop gelingen. (hel)

Es lebe der Mythos: Jungle machen psychedelischen Disco-Sound mit viel Soul.

Die Ruhe selbst: Nina KravizFr 2.30 Uhr Dance Circus

Die wichtigste Regel für einen DJ lautet: Du darfst dich niemals aus der Ruhe bringen lassen. Egal, was passiert. Egal, ob kaum jemand tanzt oder technische Probleme auftauchen: Zieh einfach dein Ding durch. Das tat die sibirische Zahnärztin Nina Kraviz – bekannt für ziemlich forschen Techno und House mit Acid-Elementen und verführerisch unterkühltem Sprechgesang – bei ihrem Auftritt in der Maag-Halle 2012. Ihre Popularität hat seither noch zugenommen. (ads)

Der Techno-Star schlechthin: Nina Kraviz bringt Techno ans Tageslicht – und den Eiffelturm. Video: YouTube/Cercle

Erwachsene Indie-Boys: The KooksFr 21.15 Uhr Main Stage

Hach, die Nullerjahre! Die Songs waren gitarrenlastig, Bandmitglieder schmächtig. Sie trugen weite Shirts, Röhrlihosen und spitz zulaufende Boots. So auch The Kooks, als sie 2006 am Paléo auf einer stickigen Zeltbühne spielten. Die ziemlich braven Songs klangen plötzlich sehr rockig, die verliebten Fans griffen nach dem Frontsänger. 13 Jahre und insgesamt sechs Alben später ist er in Sicherheit: Die Band tritt jetzt auf der für das Publikum unerreichbaren Main Stage auf. (evh)

Haben sich langsam nach oben gearbeitet: The Kooks spielen inzwischen auf den Hauptbühnen.

Wiener Chorleiter: WandaSa 20.15 Uhr Main Stage

Als die Mehrheit noch fragte: «Hä, wer?», hatte unser ehemaliger Musikredaktor der österreichischen Band bereits eine steile Karriere prophezeit. Er sollte recht behalten. Als sie im Frühjahr 2017 in München auf ihrer «Amore Meine Stadt»-Tour vor Tausenden von Leuten zwischen 15 und 55 auftraten, reichten die Songs aus ihren beiden Alben gerade so für 90 Minuten Konzert. Frontmann Michael Marco Fitzthum sorgte für etwas Sex in der Luft: liess die Zunge über die Gitarre gleiten, zuckte mit dem Unterleib, sang laut und dreckig. Und wirkte dabei wie der wilde Chorleiter einer glücklich mitgrölenden Masse. (ish)

Bis Sa 24.8.
Glattbrugg
Flughofstr. 21
3-Tages-Pass 190 Franken, 2-Tages-Pass 150 Franken,
1-Tages-Pass 100 Franken
www.zurichopenair.ch

Erstellt: 23.08.2019, 18:12 Uhr

Zürich Openair

Vier Tage dauert das Openair in der Zürcher Agglo, gestartet hat es bereits am Mittwoch. Es setzt wie in der Vergangenheit auf einen vielfältigen Genremix: Auf den drei Bühnen spielen internationale und lokale Pop- und Rock-Acts, aber auch verschiedene elektronische Künstler. Im Rekordjahr 2017 wurde das Festival von 80 000 Menschen besucht.

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