Fünf Geschichten zu fünf Songs

Zu jedem Song der Rolling Stones gibt es mindestens eine Geschichte. Der «Züritipp» hat fünf Anekdoten zusammengetragen.

Gesichter des Rock’n’Roll: Watts, Richards, Jagger und Wood (v.l.).

Gesichter des Rock’n’Roll: Watts, Richards, Jagger und Wood (v.l.).

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Satisfaction (1965)
Der berühmte Gitarrenriff fiel Keith Richards kurz vor dem Einschlafen in einem Hotelzimmer in Florida ein. Darum bestehe die Demoversion aus 2 Minuten Musik und 40 Minuten Schnarchen, witzelte er später. Die bekannte Fassung von «Satisfaction» war für Richards nur eine Arbeitsskizze. Er wollte nämlich, dass seine Fuzz-Gitarre durch einen Bläsersatz ersetzt würde. Doch er wurde von den übrigen Bandmitgliedern überstimmt.

Angie (1973)
Über kaum einen anderen Stones-Song ist so viel Widersprüchliches geschrieben worden wie über «Angie». Ein Gerücht besagt, dass Mick Jagger die tröstliche Ballade für Angie Bowie geschrieben habe, nachdem diese ihn im Bett mit ihrem damaligen Gatten David erwischt hatte. Keith Richards behauptete hingegen, die für ihn wenig ­typische Nummer für seine 1972 geborene Tochter Dandelion Angela verfasst zu ­haben. Später gab er aber zu, dass der Song vor dem Kind gekommen sei.

Miss you (1978)
Jagger war immer auf der Suche nach neuen Sounds, die er in die Musik der Rolling Stones einbringen konnte. «Miss You» brauchte eine einjährige Gärungszeit, bis aus dem simplen Song mit dem New Yorker Flair ein vollwertiges Stück Disco werden konnte. Während der Aufnahmen zum Album «Some Girls» in Paris musste Bassist Bill Wyman nächtelang in Discos herumhängen, um sich die genregerechte Spieltechnik mit den hüpfenden Oktaven anzueignen.

Undercover of the Night (1983)
Ganz so funky wie auf dieser mit Dub-­Effekten und Perkussionsgeratter versehenen Uptempo-Nummer klangen die Stones nur ganz selten. Und auch nur ganz selten so politisch. Mit «Undercover of the Night» wolle er auf die gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Argentinien und Chile hinweisen, meinte Mick Jagger etwas prahlerisch im britischen Fernsehen. Auf die Frage, ob die Rolling Stones denn Geld aus den Plattenverkäufen nach Südamerika weiterreichen würden, hatte Jagger aber keine Antwort parat.

Anybody seen my Baby (1997)
Wenn die Rolling Stones es wollen, können sie richtige Gentlemen sein. Kurz bevor «Anybody Seen My Baby?» auf den Markt kam, wurde Keith Richards auf die melodischen und harmonischen Ähnlichkeiten mit K.D.Langs Hit «Constant Craving» (1992) aufmerksam. Um eine Urheberrechtsklage zu vermeiden, gab er schnell zu, das fremde Stück womöglich unbewusst über seine Tochter Angela mitgekriegt zu haben. Und sprach Lang eine Co-Autorenschaft sowie die daraus resultierenden Tantiemen zu. Ein kostspieliges Eingeständnis.

(Zueritipp)

Erstellt: 13.09.2017, 14:59 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Stadtblog Der Agglo-Beitrag zur Ladenvielfalt

History Reloaded Wie stoppt man einen Hitler?

Die Welt in Bildern

Wer wird Präsident? Ein traditionell gekleideter Chilene, ein sogenannter Huaso, verlässt nach seiner Stimmabgabe in Santiago die Wahlkabine. (19. November 2017)
(Bild: Esteban Felix/AP) Mehr...