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Tekkno-Punk-Wahnsinn der Ösis

Gudrun von Laxenburg begann als Witzprojekt. Acht Jahre später haben die drei Wiener ihren Sound perfektioniert.

Die Band setzt auf einen Einheitslook.
Die Band setzt auf einen Einheitslook.

Wer ist diese Gudrun von Laxenburg? Und wie kommen drei Wiener dazu, ihre Band nach einer österreichischen Adligen zu benennen? Nun, diese Adlige existiert nicht. Aber die Geschichte der Band begann 2009 im 10. Wiener Bezirk, wo die Gudrunstrasse an die Laxenburger Strasse grenzt und Daniel Helmer, Christoph Maketa und July Skone zu dieser Zeit wohnten. Die drei Freunde mögen solche Spielereien und Doppeldeutigkeiten.

Auch Gudrun von Laxenburg (GvL) begann eher als Witz eines – so der Eigenbeschrieb – «Hardrock-Gitarristen, Violinisten mit klassischer Ausbildung und eines Schlagzeugers mit Jazz-Background». Für die Filmpremiere einer gemeinsamen Bekannten stellten sie ein Jam-Projekt zusammen und beschlossen, sich dafür mit Synthesizern auszustatten und im Fundus der Neunzigerjahreelektronik zu bedienen: bei Techno, Rave, 130 BPM und schneller, bei The Prodigy, Daft Punk, Soulwax oder The Chemical Brothers.

Für ihre Auftritte verkleiden sich GvL gerne, bevorzugt mit Sachen aus dem ?Brockenhaus. Wobei dies nicht einer Mystifizierung dienen soll, sondern eine ironische Anspielung etwa auf die Daft-Punk-Helme oder die Rave-Mode der 90er-Jahre ist. Dazu kommen Neonfarben, Space-Over­alls, LED-Ketten und viel Plastik. Einen «höheren Techno-Kindergeburtstag mit Liveschlagzeug und drückenden Synthesizerflächen» nannte es «Der Standard». Für GvL ist es «Tekkno-Punk-Wahnsinn». «Rave kaputt, was dich kaputt macht» hiess programmatisch ihre erste EP 2012, «Mit dem Panzer in die Disco» ein Track.

Was als Witz begann, entwickelte sich mit einer steigenden Zahl an Konzertanfragen zu einem ernsten Projekt. Auch wenn GvL immer noch viel Wert auf einen Jam-Charakter legen und auf die Wichtigkeit von Humor und Relaxtheit bei ihren Auftritten, betonen sie, wie viel Arbeit hinter der Soundentwicklung stecke. Acht Jahre nach dem Beginn ist so 2017 ihr Debütalbum «Panic!» entstanden. Es ist auf Fatboy Slims Label Skint erschienen, das einst zu ebendiesen 90er-Rave-Hochzeiten anfing. Gudrun von Laxenburg sind damit mitten im Techno-Sturm angekommen.

Freitag, 20 Uhr, Exil

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