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Immer anders, immer überraschend

Das Zürcher Kontrabassduo Studer-Frey sucht seit 20 Jahren nach Klängen. Nun tauft es mit engen Weggefährten eine neue CD.

Die beiden Musiker trennt fast eine Generation: Peter K. Frey (l.) und Daniel Studer.
Die beiden Musiker trennt fast eine Generation: Peter K. Frey (l.) und Daniel Studer.
Dominic Büttner

Von Langeweile keine Spur. Wenn sie sich hinter ihre kolossalen Instrumente stellen und ihre Bögen ansetzen, sind Daniel Studer und Peter K. Frey so konzentriert und neugierig wie vor zwei Jahrzehnten, als sie dies zum ersten Mal taten.

Tatsächlich schaffen es die beiden Kontrabassisten immer wieder, anders zu klingen. «Wir proben oft, auch wenn keine Konzerte anstehen», sagt Peter K. Frey, mit Jahrgang 1941 der Ältere im Duo. Auf der Suche nach musikalischem Neuland nähmen sie Risiken in Kauf, auch Abstürze. «Wir sind permanent am Ausprobieren», ergänzt der 20 Jahre jüngere Daniel Studer.

«Jeder von uns kann sich auf sehr dünne Äste wagen und weiss, dass der andere hilft, wenn das Ästchen zu brechen droht.»

Peter K. Frey, Kontrabassist

Gerade der beträchtliche Altersunterschied sorgt im Duo zuweilen für Reibungen, die aber meist einen Entwicklungsschub auslösten. Frey weiss: «Daniel gibt mir die Chance, nicht im Altersstarrsinn zu verharren.» – «Unsere Chemie stimmt», betont Studer und nennt als Geheimrezept ihrer langen Partnerschaft eine gemeinsame musikalische Affinität, die Frey fast schon poetisch umschreibt: «Jeder von uns kann sich auf sehr dünne Äste wagen und weiss, dass der andere hilft, wenn das Ästchen zu brechen droht. Auf diese Weise bescheren wir uns immer wieder musika­lische Überraschungen.»

Tieftöner-Quartett mit Kultstatus

Beweglichkeit ist als wichtigstes Charakteristikum des eigenwilligen Zürcher Duos zu nennen. Die beiden Kontrabassisten tun sich oft mit Kollegen zusammen, wobei das Tieftöner-Quartett mit Kontrabassist Christian Weber und E-Bassist Jan Schlegel fast Kultstatus geniesst. Studer hat sich ­zudem auf Experimente mit Elektronik ­spezialisiert, Frey komponiert für Bühnenproduktionen. So wagen sich Studer-Frey oft an multimediale Projekte und erarbeiten raumgreifende Installationen, Begegnungen mit Literaten, Video- oder Theaterschaffenden. Studer sagt: «Sie alle bringen neue Aspekte in unser Spiel.»

Studer-Frey feiern ihr 20-jähriges Bestehen in Form einer Konzertserie mit Weggefährten. Bis zum Frühling gastieren sie in Zürich, Locarno und Biel. Zum Auftakt taufen Studer-Frey ihre neue CD «Zeit» und laden dazu den Cellisten Alfred Zimmerlin und den Klarinettisten Jürg Frey ein.

Mo 14.1. — 20 Uhr Theater Stok Hirschengraben 42 Eintritt 15 / 10 Franken Weitere Auftritte in Zürich: 2.3., 24.3. und 9.-13.4.www.theater-stok.ch

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