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Kleine Hits im 6/8-Rhythmus

Acid Arab startete als Partyreihe. Heute treten die Veranstalter als DJs auf – und vermischen westlichen Electro mit arabischer Musik.

Diese zwei Pariser haben sich verliebt. Und zwar in arabische Musik.
Diese zwei Pariser haben sich verliebt. Und zwar in arabische Musik.

Franzosen mögen mehr als Chansons. Bereits Ende der 80er-Jahre boomte in Paris der Raï: Viele Künstler mussten damals Algerien verlassen – und brachten ihre Volksmusik in die französische Hauptstadt. Zehn Jahre später war der Hype vorbei. Zum Glück, fanden Hervé Carvalho und Guido Minisky. «Früher war für uns arabische Musik einfach arabische Musik – Lieder mit Violinen, Darbukkas und so», sagte Minisky in einem Interview. Mit Carvalho legte er hauptsächlich Electro und House auf. Doch dann wurden die zwei Pariser DJs für ein Festival in Tunesien gebucht. Dort entdeckten sie den eigentlich ungeliebten arabischen Sound neu. Daheim freuten sie sich weiter über Tracks mit orientalischen Einflüssen, spielten türkische und indische Disco-Hits.

Bald benannte das Duo seine Partyreihe im kleinen Pariser Club Chez Moune in Acid Arab um. Und sie fragten Kollegen an, ob sie eigene, passende Tracks hätten. Diese erschienen als Compilation. Auf «Acid Arab Collections» (2013) waren auch erste eigene Produktionen von Minisky und Carvalho. Kleine Hits im 6/8-Rhythmus, typisch für arabische Musik – neu für die europäischen Clubgänger. Diese waren begeistert von den ungewohnten Klängen. Doch für Carvalho und Minisky sind diese mehr als ein massentauglicher Überraschungseffekt. «Oft werden arabische Sounds nur als lustiges Gimmick benutzt», erklärt das Duo. «Wir möchten eben nicht musikalische Kolonialisten sein.» Als Acid Arab wurden die beiden bereits in zig arabischen Ländern gebucht.

Auf ihrem Debütalbum «Musique de France» (2016) sind verschiedene Gastmusiker dabei. Acid Arab verstehen deren arabischen Gesang zwar nicht, wissen aber trotzdem: «Es geht in den Tracks immer um die Liebe.» So auch in «La Hafla» vom algerischen Sänger Sofiane Saidi.

Samstag, 24 Uhr, Zukunft

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