Kollektive Energie

Die kanadische Band Arcade Fire spielt auf dem Höhepunkt ihres Könnens. Vor ihrem Konzert in Zürich hat der «Züritipp» mit dem Bassisten Tim Kingsbury gesprochen.

Überzeugen heute mehr denn je: Tim Kingsbury (l.) und seine Bandkollegen.

Überzeugen heute mehr denn je: Tim Kingsbury (l.) und seine Bandkollegen.

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Bei erfolgreichen Musikerkarrieren gibt es diesen Moment oder sogar diese Periode, denn der Moment kann ein paar Jahre anhalten: wenn das Talent so gross ist wie der Erfolg. Wenn die Welt aufgeholt hat mit den Versprechungen einer Band. Wenn Millionen realisieren, was am Anfang nur Hunderte wussten.

Arcade Fire, der kunstvollen Band aus Montreal, gelang diese Kombination vor einem Jahr, mit ihrer letzten Platte «Every­thing Now». Ihr Konzert im Sommer auf der grossen Bühne des Paléo-Festivals von Nyon geriet zum Triumph. Jedes Stück gelang, es gab keinen langweiligen Moment, das ganze Konzert fühlte sich als einzige Seligkeit an. Die Musikerinnen und Musiker spielten, das Publikum raste.

Die Single aus dem gleichnamigen Album: «Every­thing Now». Quelle: YouTube/Arcade Fire

Telefonfrage an Tim Kingsbury, der in der Band Bass, Gitarre und Keyboards spielt und auch singt: Wie bringt man es fertig, auf monatelangen Tourneen eine solche Energie aufzubauen und ein ganzes Konzert lang durchzuhalten? «Ich kann nicht beurteilen, ob wir das jeden Abend schaffen», sagt er, «aber was ich sagen kann: Wenn wir vor Publikum spielen, passiert etwas mit der Band, eine Art von kollektiver Energie kommt über sie.»

Am Konzert wird spürbar, wie stolz Arcade Fire auf das neue Album sind, wie sehr es ihnen selber gefällt. «Das stimmt, und es hat viel damit zu tun, dass wir als Musiker besser geworden sind», sagt ihr Bassist. «Immerhin spielen wir seit 15 Jahren zusammen. Ich spüre an unseren Konzerten, wie gut wir aufeinander eingestimmt sind.»

Und man spürt es mit ihnen. Die wichtigste Bedingung für ein gutes Konzert ist – neben spielerischer Kompetenz – die Freude, mit der eine Band an die Arbeit geht. Man merkt sofort, wenn etwas nicht stimmt. Bei Arcade Fire, an diesem Sommerabend in Nyon, stimmte alles. Von Anfang an.

Mi — 20 Uhr
Hallenstadion
Wallisellenstr. 45
Eintritt 82/91 Franken
www.hallenstadion.ch

(Züritipp)

Erstellt: 06.06.2018, 16:32 Uhr

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