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Krisen wie in einer Ehe

Vor 20 Jahren haben Emily Haines und James Shaw die Band Metric gegründet. Dass es die immer noch gibt, erstaunt sie selbst.

Brauchen manchmal eine Auszeit von einander: die Band Metric.
Brauchen manchmal eine Auszeit von einander: die Band Metric.

In New York platzen täglich Träume. Auch jene von Emily Haines und James Shaw. Kaum hatten sich die Sängerin und der Gitarrist 1998 in Toronto kennen gelernt, zogen sie gemeinsam in die Metro­pole. Doch wegen Label-Ärgers erschien das geplante Debütalbum nicht. Und als sie 2003 mit Bassist Josh Winstead und Drummer Joules Scott-Key das Album «Old World Underground, Where Are You Now?» veröffentlichten, war auch nach der Tournee die Kasse leer.

Enttäuscht zogen Haines und Shaw zurück nach Kanada. Die Musik liessen sie aber nicht sein. In ihrem privaten Studio nahmen sie das zweite Album «Live It Out» (2005) auf. Es erlangte Goldstatus, die Lieder liefen im Fern­sehen und im Radio. Als The Rolling Stones 2006 zwei Konzerte in New York spielten, waren Metric Supportband.

Dieser Erfolg erstaunt Gitarrist James Shaw noch immer. «Die Band sollte es eigentlich gar nicht mehr geben», sagte er vor drei Jahren in einem Interview. «Es gibt so viele vorgefertigte Wege für Musiker. Wege, um im Radio erfolgreich zu sein, und Wege, um im Underground gemocht zu werden. Wir haben uns für keinen einzigen davon entschieden.» Statt sich bei Bossen einzuschmeicheln, gründete die Band 2007 lieber ein eigenes Plattenlabel.

Ein Risiko. «Es ist ein Problem, Musik zu Geld zu machen», sagte Shaw. Für die Zukunft sieht er schwarz: «Leute, die für Musik nichts mehr ausgeben wollen, werden sich irgendwann fragen, wo all die guten Acts hin sind.»

Die Sängerin Emely Haines hat auch ein Soloalbum aufgenommen. Hier aber mit ihrer Band Metric.
Die Sängerin Emely Haines hat auch ein Soloalbum aufgenommen. Hier aber mit ihrer Band Metric.

Metric veröffentlichten innerhalb von 15 Jahren nur sieben Studioalben. Immer wieder nahmen sich die Mitglieder Auszeiten. Lange in der gleichen Band zu spielen, sei, wie eine Ehe zu führen, sagte Gitarrist James Shaw. «Wenn ich das Gefühl bekomme, nie wieder ausbrechen zu können, verursacht das Panik in mir. Man sollte immer auch die Alternativen im Auge behalten.»

2007 veröffentlichte Emily Haines ihr erstes Soloalbum «Knives Don’t Have Your Back». So zerbrechlich und ­klavierverliebt zeigte sich die Sängerin mit ihrer Hauptband nie: Auf ihrem siebten Album «Art of Doubt» (2018) huldigt Metric wieder dem Rock.

Di — 19 Uhr Dynamo Wasserwerkstr. 21 Eintritt 45 Frankenwww.dynamo.ch

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