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Melancholie für die Masse

Die Songs der Berliner Fil Bo Riva sind so eingängig, dass sie die Fans bereits bei den ersten Konzerten mitsingen konnten.

Der Frontmann der Band öffnet gerne Hemd und Herz: Filippo Bonamici alias Fil Bo Riva.
Der Frontmann der Band öffnet gerne Hemd und Herz: Filippo Bonamici alias Fil Bo Riva.
Juliane + Spaete/zvg

Die Antworten wirken fahrig. ­Einige ergeben keinen Sinn. «Sind die stoned?», schrieb ein User unter die Videoaufnahme. Sie zeigt das Interview, welches Fil Bo Riva kurz vor ihrem Auftritt auf dem Berliner Festival Lollapalooza ­gaben. Im Herbst 2018 hatte die Band erst wenige Songs veröffentlicht. «Aber trotzdem singen die Leute schon mit», sagt ­Sänger Filippo Bonamici.

Der Deutsch-Italiener machte erst unter dem Pseudonym Fil Bo Riva alleine Musik. Später stiess der Gitarrist Felix A. Remm dazu. Um die Songs live umsetzen zu können, werden sie auf der Tour von zwei weiteren Musikern begleitet. «Wir sind alle miteinander befreundet», sagt Filippo Bonamici. «Die Tourneen fühlen sich immer wie Klassenfahrten an.»

Bonamici ist in Rom geboren und aufgewachsen. Als Teenager musste er ein Internat in Dublin besuchen. Die Eltern wollten ihren schulmüden Sohn bestrafen – er fand das jedoch cool. «Eine gute Zeit war das», findet er. Vor allem sein Englisch konnte er in dieser Zeit perfektionieren. Bereits damals schrieb Bonamici erste Songs. Auch als er für das Studium nach Berlin zog, machte er weiter Musik. «Aber nur aus Spass», räumt er ein. Unter anderem komponierte er einen Song für sein Idol Pete Doherty. Die Beatles waren jedoch der Grund, weshalb Bonamici Musiker werden wollte. Mit seinem Bruder und Nachbarsbuben hat er früher die Band nachgespielt. Er war Paul.

Verglichen mit Eros Ramazzotti und Coldplay

Das Ende März erschienene Debütalbum «Beautiful Sadness» erinnerte die Kritiker aber nicht an die Beatles. Die Refrains klingen nach Eros Ramazzotti, stand auf «Laut.de». Aber auch Vergleiche mit George Ezra, Milky Chance, The Kooks und den früheren Coldplay wurden gezogen.

Die Songs ähneln wirklich stark jenen dieser Erfolgsacts – auch wenn Bonamicis raue Stimme sehr eigenwillig ist. Einige Songs klingen unbeschwert sommerlich, andere düster und traurig. Denn Bonamici singt oft über Herzschmerz. Wie ist es, diese intimen Gefühle mit der Welt zu teilen? Die ersten zwei Karrierejahre habe er Angst davor gehabt. «Jetzt finde ich es sehr schön.»

Mi 15.5. – 20 Uhr Dynamo Wasserwerkstr. 21 Eintritt 47 Frankenwww.dynamo.ch

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