Endlich Frau sein

Charlotte de Witte feiert Erfolge. Doch wieso legte die Belgierin jahrelang unter einem männlichen Pseudonym auf?

Charlotte de Witte weiss, wie sexistisch das Internet sein kann.

Charlotte de Witte weiss, wie sexistisch das Internet sein kann.

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«Sie gewinnt nur wegen ihrer Brüste.» – «Wer hat sie dafür gevögelt?» Als die damals 17-jährige Charlotte de Witte den Newcomer-Contest des belgischen Festivals Tomorrowland gewann, ereiferten sich nicht nur anonyme Internettrolle. «Auch damalige Freunde begegneten mir mit solchen Sprüchen», erzählte die DJ diesen Sommer dem «Faze Mag». «Das verunsicherte mich ungemein.» Um nicht weiter auf ihr Geschlecht reduziert zu werden, legte sich De Witte das männliche Pseudonym Raving George zu. Unter diesem veröffentlichte sie mehrere EPs und landete 2014 mit der belgischen Electro-Pop-Band Oscar & The Wolf einen Hit.

Ein Jahr später tauchte die Belgierin wieder als Charlotte de Witte auf: «Die Änderung meines Pseudonyms in meinen richtigen Namen war ein erhobener Mittelfinger an alle damaligen Kritiker.» Diese sind heute grösstenteils verstummt, Journalisten haben de Witte gar zur «belgischen Queen des Techno» gekürt: Ihre Tracks sind hart, aber melancholisch – und sehr Vocal-lastig. So auch jene auf der aktuellen EP «Wisdom», die im Sommer 2017 erschienen ist. Für das Debütalbum will sich die DJ und Produzentin noch Zeit lassen.

De Witte legt in ganz Europa, in den USA und in Südafrika auf. Ihr Traum – «Sorry für das enorme Klischee» – ist es, eines Nachts im Berliner Berghain zu spielen: «Alles, was sie über diesen Ort sagen, ist wahr. Es ist, als ob man ein völlig neues Universum betritt.» Wie das Set im renommierten Club aufhören würde, weiss die DJ bereits. Ihr Closing-Track ist oft «Varpulis». Er enthält gregorianische Gesänge, «die beruhigen mich». Oder sie peitscht die Masse nochmals auf – mit einem überraschenden, alten Retro-Song.

Fr 23 Uhr, Kaufleuten
Eintritt 25 Franken

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.01.2018, 18:35 Uhr

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