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Ein moderner Bob Dylan

Dass der Londoner Musiker L. A. Salami erst mit 21 Jahren Gitarre spielen lernte, hört man seinem schnörkellosen Blues-Rock nicht an.

Der Londoner wird wegen seiner Musik und seinen Outfits gefeiert.
Der Londoner wird wegen seiner Musik und seinen Outfits gefeiert.

Ruckartig tanzt L. A. Salami mit seinen Freunden auf der farbig beleuchteten Tanzfläche. Ihre ausgelassenen Bewegungen passen weder zum zurückhaltenden Indie-Rock noch zu den Songzeilen: In «Generation L(ost)» geht es um heftige, miese Gefühle. «Die Lyrics beschreiben, wie verloren man sich bei der Suche nach sich selbst fühlt», sagt L. A. Salami. «Und das Video zeigt, was man während dieser Suche machen kann.» Tanzen, obwohl man pleite ist. Feiern, obwohl der Kopf voller blöder Gedanken ist. Spass haben, obwohl die Hoffnung eigentlich verloren ist.

Als L. A. Salami 2016 sein Debüt «Dancing with Bad Grammar» veröffentlichte, war er kein Unbekannter. Er hatte bereits die in England äusserst erfolgreiche Soul-Sängerin Lianne La Havas auf ihrer Tournee begleitet und das Modehaus Burberry begeistert. Dieses engagierte ihn 2013 für seine Sommerparty, an die auch Tennisstar Serena Williams eingeladen war. Modeblogger kommentierten daraufhin sein stylisches Outfit, die Klatschpresse feierte ihn als «Folk-Held».

L. A. Salami bezeichnet seine Musik als «Postmodern Blues». Jahrelang spielte er nur Mundharmonika, weil er sich kein anderes Instrument leisten konnte. Als ihm schliesslich ein Freund eine Gitarre schenkt, lernt er die ersten Akkorde. Drei Monate später schrieb der damals 21-Jährige eigene Songs. Sein grösstes Vorbild ist Bob Dylan. Seine Musik klingt trotzdem modern. «Ich lebe schliesslich im 21. Jahrhundert», so der Musiker. «Ich stehe deshalb unter anderen Einflüssen wie Hip-Hop und Pop.»

L. A. Salami ist kein Pseudonym. Der Engländer mit nigerianischen Wurzeln heisst Lookman Adekunle Salami. Vor knapp drei Wochen hat er sein zweites Album «The City of Bootmakers» veröffentlicht. Es klingt ähnlich wie das Debüt schnörkellos, rockig. Ähnlich sind auch die Themen geblieben: Der 28-Jährige rechnet mit der Gesellschaft, seiner Heimatstadt London und der politischen Lage Englands ab. Hoffnungslos ist er aber nicht: In manchen Zeilen steht das L in «Generation L(ost)» für Liebe.

Mi, 20.00 Papiersaal, Kalanderplatz 6, www.papiersaal.ch Eintritt 35 Franken

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