Musik, die brüllt wie ein Güterzug

Das amerikanische Trio The Yawpers gibt sich auf seinem neuen Album einiges härter und beschwört die Urkraft des Rock.

Brauchen für ihre Auftritte viel Energie: Sänger Nate Cook (Mitte) und seine Mitmusiker.

Brauchen für ihre Auftritte viel Energie: Sänger Nate Cook (Mitte) und seine Mitmusiker.

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Als The Yawpers aus Denver vor vier Jahren ihr Album «American Man» veröffentlichten, wurden sie als neue Offenbarung unter den amerikanischen Roots-Rock-Bands gefeiert. Sänger Nate Cook und Gitarrist Jesse Parmet griffen damals noch regelmässig zu akustischen Gitarren, die sie aber ziemlich hart anschlugen und laut aufdrehten.

Mit dem neuen Album «Human Question» hat nun auch Cook die akustische mehrheitlich gegen die elektrische Gitarre eingetauscht, und The Yawpers zeigen sich als leidenschaftliches Power-Trio, das sich der Urkraft des Rock ’n’ Roll verschreibt. Wobei die Band ohne Bass funktioniert und Parmet sowie der neue Schlagzeuger Alex Koshack als Rhythmusgruppe das Fundament legen. «Sie brüllen wie ein Güterzug, der auf wundersame Weise im Takt bleiben kann», meint die Website Allmusic.com.

«Er wollte eine Band gründen, die so klang, als würde man die Frequenzskala an einem UKW-Radio drehen.»Nate Cook

Es gibt noch die ruhigeren Momente, die auf Americana oder Bob Dylan verweisen, etwa beim Song «Man as Ghost». Aber The Yawpers, das ist nun doch vor allem Rock, Punk und Blues, eine Verschmelzung von Led Zeppelin, MC5, Black Flag und Motörhead. Nate Cook vergleicht den aktuellen Sound mit John Zorns Nebenprojekt Naked City: «Er wollte eine Band gründen, die so klang, als würde man die Frequenzskala an einem UKW-Radio drehen. Offensichtlich sind wir eine weitaus weniger extreme Version davon, aber wir nehmen gerne musikalische Anleihen von überallher.»

Aus dem aktuellen Album «Human Question»: «No Going Back». Video: YouTube/BSHQ

In den Texten beschäftigt sich Cook mit Themen wie Schmerz, Verlust und Hoffnung. Er hatte schon immer einen Blick für den Alltag der normalen Leute von nebenan. In seiner Sicht auf das Leben in den USA nehmen die Niederlagen und das Scheitern immer einen wichtigen Platz ein, auch wenn am Ende stets auch das Versprechen bleibt, dass es irgendwann und irgendwo besser wird.

«Mit ‹Human Question› wollten wir eine zugänglichere und lustigere Platte machen, etwas weniger Stures. Die Songs sind absichtlich optimistischer und glücklicher», sagt Sänger Nate Cook. «Wir haben aber auch versucht, so hart wie möglich durch die Tür und hinaus zu gehen.»

Di 11.6. — 21 Uhr
Rote Fabrik
Seestr. 395
Eintritt 25 Franken
www.rotefabrik.ch

Erstellt: 05.06.2019, 13:27 Uhr

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