Musik ist ihre Sucht

Der «Stadtsommer» zeigt lokale Grössen und Geheimtipps. Wir stellen eine davon vor und verraten weitere Highlights.

Die Zürcher Musikerin will Zeichen setzen: Taimashoe.

Die Zürcher Musikerin will Zeichen setzen: Taimashoe. Bild: Jürgen Beck

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Musik, Lohnarbeit, Musik, Kochen, ­Essen, Musik, Schlafen: Ein Arbeitstag von ­Gessica Zinni zeigt sofort ihren Lebensmittelpunkt, ja ihre Sucht auf. Musik gehört für die italienischstämmige Zürcherin ebenso zum Leben wie das Atmen. Seit mehreren Jahren bereichert sie die Szene, lange als Teil des Folkduos ­Anaheim und nun solo als Taima­shoe.

In ­Zusammenarbeit mit der Musikerin No I Don’t brachte sie kürzlich ihr selbst benanntes Debüt heraus, weiter kollaboriert sie oft und gern mit dem Produzenten und Experimentalmusiker ­Conolk.

Experimentell ist dabei das Stichwort; die Musik der Zürcherin bildet keinen ausstudierten, durchkomponierten Songkatalog: «Es ­langweilt mich, immer alles genau gleich zu spielen», sagt sie. So fordert denn Taimashoe heraus, improvisiert ausgiebig, singt, spielt Gitarre, Autoharp, Synthies, lässt sich nicht in die Karten blicken und trifft trotzdem mitten ins Schwarze.

Einzigartig eigenartig

Kein Konzert ist wie das andere, jeder Auftritt wirkt einzigartig eigenartig. Aufmerksames Zuhören ist zentral. «In meinen Texten wimmelt es beispielsweise von versteckten Botschaften, aber es weht auch eine Prise Selbstironie mit», kommentiert Taimashoe diesen Punkt, ohne darauf näher einzugehen. Die Bühne sieht sie als ein Privileg, einen Schauplatz für das politische Geschehen, und bekräftigt überhaupt: «Ich will Zeichen setzen!»

Musikalischer Mix: «Hesitation Blues». Video: YouTube/Taima Shoe

Einen grossen Batzen Inspiration zog die Zürcherin aus ihrem halbjährigen Stipendienaufenthalt in New York, der ihr viel Stoff für die eigene künstlerische Arbeit gab: «Gerade die sichtbare und erlebbare Ungerechtigkeit in der amerikanischen Gesellschaft inspirierte mich und machte mich wütend. Diese Wut fliesst in meine Musik», sagt sie und beschreibt ihren Sound aktuell als «einen Kompromiss zwischen Gospel, Shoegaze, Experimental Noise und Codeine Pop».

Zu erleben gibt es diesen Mix am diesjährigen Stadtsommer, wo Taimashoe zusammen mit Conolk (Gesang, Electronics), Aliah Alec Rosenthal aka Ah-Lethal (Cello) und David Meier (Drums) erstmals im Quartett auftritt.

Fr 2.8. — 21 Uhr
Park Sihlhölzli
Manessestr. 1
Eintritt kostenlos

Erstellt: 25.07.2019, 10:39 Uhr

Weitere Highlights des Stadtsommers

Do 25.7.–Sa 27.7., Fr 2.8., Sa 3.8.
www.stadt-zuerich.ch Eintritt kostenlos

Nicolas Stocker Solo
Irgendwo zwischen neuer Musik, Minimal und Freier Improvisation lässt der Schlagzeuger sein Instrument in einem neuen Licht erscheinen.
Fr 2.8., 22 Uhr, Park Sihlhölzli

James Varghese
Der Multiinstrumentalist (Holm, Diskret, Odd Beholder) und Mitbegründer vom Label Quiet Love Records erhält eine Carte blanche, die er zu nutzen weiss.
Sa 3.8., 21 Uhr, vor dem Helsinki Klub

Bitter Moon
Das Duo pendelt zwischen Lugano und Zürich. So trifft tropisches Südfeeling auf elektronische Nordvibes und verschmilzt zu einem filmischen Gesamtkunstwerk.
Sa 3.8., 22 Uhr, vor dem Helsinki Klub

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