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Musizieren bis zum Muskelkater

Das Ensemble Tzara verwandelt für das Projekt «Score Symposia» eine Boulderhalle in einen Konzertsaal – und bindet die Kletterer gleich mit ins Stück ein.

Setzt sich mit Hochleistungen auseinander: die kanadische Komponistin Annesley Black.
Setzt sich mit Hochleistungen auseinander: die kanadische Komponistin Annesley Black.
Edition Juliane Klein

«Rituale, Disziplin, Übung, Ausdauer, Konkurrenz, Wettbewerb, speziell trainierte Körperteile.» Wer sich jetzt in der falschen Rubrik wähnt, kann beruhigt werden: Annesley Black sinniert lediglich über die Parallelen von Musik, Kunst und Sport. Die in Frankfurt lebende kanadische Komponistin muss es wissen, hat sie sich die letzten beiden Jahre doch intensiv mit diesen drei nach Höchstleistung strebenden Disziplinen auseinandergesetzt, nach Verbindungen gesucht, aber auch Differenzen herausgearbeitet.

«Score Symposia» heisst das Ergebnis dieser zusammen mit der Künstlerin Margit Säde Lehni, dem Ensemble Tzara und dem Klettertrainer Francesco Diana unternommenen Auseinandersetzung. Musiker werden darin an ihre körperlichen und emotionalen Grenzen getrieben, Kletterer wählen im Gegenzug ihre Aufstiegsroute nach musikalischen Kriterien wie Variation oder Loop.

«Die Boulderhalle wird verwandelt. Es sollte einer Atmosphäre wie in einer Geheimgesellschaft ähneln, fast einer Religion, die Bouldern, Musik und Kunst kombiniert»

Annesley Black, Komponistin

Gemeinsame Unternehmungen wie ein musikalisch-sportliches Warm-up oder ein Kletterwettbewerb dürfen dabei selbstverständlich auch nicht fehlen. Um das Spektakel zusammenzuhalten, schafft der von Säde Lehni gestaltete Raum einen Rahmen, der gar das Publikum als Teil einer verschworenen Gemeinschaft einbezieht: «Die Boulderhalle wird verwandelt. Es sollte einer Atmosphäre wie in einer Geheimgesellschaft ähneln, fast einer Religion, die Bouldern, Musik und Kunst kombiniert», meint Black auf die Frage nach der ungewöhnlichen Location.

Wahrlich ein Parforceritt also. Die Spielregeln dazu stammen vom Künstler San Keller, dem diesjährigen Kurator des Ensemble Tzara. Sein Anliegen für die aktuelle Saison war, Routinen des künstlerischen Schaffens zu durchbrechen. Dafür hat er Kompositionsaufträge an Duos vergeben, von denen eine Person explizit nicht der Szene für neue Musik entstammen sollte. Ob dieses Konzept der Horizonterweiterung aufgeht, wird sich weisen. Das erste Konzert verspricht auf jeden Fall einiges.

So — 20 Uhr Boulderhalle Minimum Flüelastr. 31 Eintritt 25 / 15 Franken Öffentliche Proben: Do 9 Uhr, So 8 Uhrwww.minimum.ch

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