Nach Songs für Beyoncé machen sie wieder eigene

Vampire Weekend zeigen sich auf ihrem vierten Album ungewohnt gut gelaunt. Obs an Frontmann Ezra Koenig liegt?

Sind zurück: Ezra Koenig (2. v. l.) und seine Kollegen.

Sind zurück: Ezra Koenig (2. v. l.) und seine Kollegen.

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Ezra Koenig war es in den vergangenen Jahren nicht langweilig. Während seine Band Vampire Weekend nach dem Grammy-­Gewinn 2014 eine Pause einlegte, hostete der US-Amerikaner eine Radioshow, schrieb Songs für Stars wie Beyoncé und kreierte die Netflix-Anime-Serie «Neo Yokio».

Nebenbei entwickelte Koenig aber auch für Vampire Weekend Ideen: Unter dem Projektnamen «Mitsubishi Macchiato» entstanden neue Lieder – erstmals ohne Co-Songwriter Rostam Batmanglij, der sich inzwischen auf Soloprojekte konzentriert und die Band vor fünf Jahren verlassen hat.

Zwischen Hitfeuer und kauziger Kuriosität

Im Mai wurden die Stücke schliesslich auf der ersten Vampire-Weekend-Platte seit sechs Jahren veröffentlicht: «Father of the Bride» pendelt zwischen Hitfeuerwerk und kauziger Kuriosität, wie das nur Vampire Weekend hinbekommen. Dabei bezieht sich Ober-Nerd Koenig erneut auf zahlreiche Referenzen aus Literatur, Film und Musik. So taucht bereits im ersten Song ein Hans-Zimmer-Sample auf, die Doobie Brothers werden auf «Sympathy» erwähnt, und das Graceland-Flair von Paul Simon ist nach wie vor unüberhörbar.

Ob der Albumtitel «Father of the Bride» vom gleichnamigen Steve-Martin-Film kommt, kann Zufall sein. Oder auch nicht, wenn die Lyrics lauten: «I think I take myself too serious / It’s not that serious.» Diese Zeilen sind zentral, weil das Album im Gegensatz zum Vorgänger weitaus weniger düster ist: Vampire Weekend geben sich äusserst verspielt, vielseitig und gut gelaunt.

Aus dem neuen Album «Father of the Bride»: «This Life». Video: YouTube/Vampire Weekend

Trotzdem ist die Platte auch tiefgründig. Koenig singt über seine jüdischen Wurzeln, die ihm bis zur Erschöpfung angekreidete Whiteness und die Herausforderung des Vaterseins. Letzteres ganz aktuell: Der Musiker ist kürzlich Vater geworden. Es wird ihm also auch in Zukunft nicht langweilig werden.

Mo 8.7. — 20.30 Uhr
Volkshaus
Stauffacherstr. 60
Eintritt 60 / 75 Franken
www.volkshaus.ch

Erstellt: 05.07.2019, 14:13 Uhr

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